Die Erwartungen waren groß, aber sie wurden alle bis über die Massen hinaus erfüllt.
Nach anfänglichen Aufbauschwierigkeiten und den obligatorischen (nur) zwei Stunden Schlaf nach einer durchfahrenen Nacht begutachteten wir das Dorf näher.
Das Dorf Das Dorf ist eine Anlage in welcher Spätmittelalter, Hochmittelalter und Antike - in Form von einigen römischen Gebäuden und eisenzeitliche Siedlungen - in jeweils eigenen Dorf/Stadtvierteln aufgeteilt sind. Es ist faszinierend, innerhalb weniger Minuten durch vier Zeiten zu stolpern und doch überall altbekannte Gesichter zu sehen.
Die Darsteller kamen aus Belgien, Deutschland, Österreich und natürlich den Niederlanden, obwohl doch mehr Deutsche anzutreffen waren als sonstige Nationalitäten.
Die Woche Unter der Woche war man eher relaxt. In den einzelnen Lagern wurde gekocht (die Zutaten wurden vom Archeon in rohem Zustand zur Verfügung gestellt), gehandwerkt und an Ausrüstung herumgeschliffen und -gehämmert. Abends um 16 Uhr trafen sich alle bereits anwesenden Kämpfer am Sandplatz um ein wenig zu trainieren. Das Training wurde jeden Tag mit Einzelkämpfen begonnen ,ging dann über zu Linienkämpfen bis nur noch wenige Kämpfer anwesend waren, dann ging es weiter mit dem allseits beliebten Bridge Fight, die letzten powerten sich dann im Einzelkamf zur Gänze aus. Die Trainings dauerten immer so an die 3 Stunden wobei man auch mal 4 1/2 gekämpft hat. Unter der Woche ging es ohne jegliche gröbere Verletzung zu, was dem überaus kollegialen Umgang der Kämpfer miteinander und der großen Rücksichtnahme auf Anfänger zuzusprechen ist.
Das Wochenende Am Wochenende gab es ein dichteres Programm für alle, wobei auch dies sehr viel Zeit zum Schmökern bei den Neuen nur fürs Wochenende angereisten Händlern ließ. Kampftechnisch gab es zwei Programmpunkte. Um 12 Uhr gab es eine kleine Waffen und Kampfdemonstration, bei der die verschiedenen Waffenarten mit- bzw. gegeneinander gezeigt wurden und deren Vor- und Nachteil erklärt wurde. Dies wurde von Martin (dem Veranstalter) gleich auf niederländisch, englisch und deutsch dargebracht. Anschließend gab es noch einen großen Circle of Honour, wobei ich Dishonour irgendwie besser und lustiger gefunden hätte. Um 15 Uhr gab es die zweite Kampfvorführung, die mit einer kleinen Geschichte verbunden wurde. Martin - der Verräter - wurde am Ende mit einem glühenden Eisenstab gebrandmarkt bis es nach verbranntem Fleisch stank. Die Vorstellung war immer sehr sehr gut besucht. Sehr zur Freude der Kämpfer musste während dem Kämpfen, abgesehen von einem kleinen ersten Showclash und dem schöner Sterben, kein Theater gespielt werden, also konnte man sich ganz aufs Kämpfen konzentrieren. Nach dem kleinen Stück ging es wieder in einen Kampfzirkel und danach offenes Training in Lines, oder auch Einzelkampf bis spät abends. Am Samstag musste leider ein kleiner Unfall verzeichnet werden, der meiner Meinung nach mit sehr viel Pech passiert ist. Ein Kämpfer hat sich gerüchtehalber selbst einen Zweihandspeer bis an den Oberschenkelknochen einge“rannt“. Jedenfalls hatte er eine Platzwunde am Oberschenkel. Es ging ihm angeblich aber abends schon wieder relativ gut.
Das Bankett Am Samstag Abend wurden wir nicht, so wie die restliche Woche, vom Archeon mit Zutaten fürs Essen beschenkt sondern mit einem verdammt großen Buffet aus Fleisch, vegetarischen Speisen, Aufstrichen, Brot, und und und. Außerdem gab es Freibier und Freisaft. Das Bankett war wohl eines der schönsten Sachen - abgesehen vom Kampf - die ich bisher auf einem Markt miterleben durfte.
Das Ende Es war extrem super, es war fein, es war gar nicht so weit wie gedacht, es war kämpferisch hohes Niveau vor Ort, es waren an die 100 Kämpfer, es waren nur entspannte Leute, es gab ausschließlich interessiertes Publikum, es gab Essen, es gab Getränke, es gab Party, es gab Handwerk und alles in einer sehr sehr entspannten Atmosphäre wie man sie selten erlebt.
Danke an Martin der uns erlaubt hat zu kommen, danke an Rona die das so wundervoll mitorganisiert hat, danke an Gerrit der uns erzählt hat dass es das gibt, danke an alle anderen die wir trafen und kennenlernten.... Wir freuen uns auf 2010 und hoffen auf eine erneute Einladung ins Archeon.
Autor: M. (Die Harier, AUT) |