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5-7 August 2011 - 17. Festiwal Slowian i Wikingow @ Wolin (PL)

Da es hieß, wer bis Donnerstag Morgen nicht aufgebaut hat, darf nicht mehr auf den Platz hat uns der Kelle ein Zelt vorrausgeschickt, welches liebenswürdigerweise von Ragnar, Aslag und Freunden aufgebaut wurde. Nach der Anreise am Donnerstagabend wurden erst mal alle Sachen vom Parkplatz ins Zelt geschleppt und dieses auf den im Wetterbericht angekündigten Regen vorbereitet.
Da Kampftechnisch noch nichts geboten wurde, ging es erst mal die allseits beliebten Wolinmarken fürs Veteranenkollier einsacken. Diese gut sichtbar, was bei den strengen Kontrollen dieses Jahr von Nöten war, ans Gewand geknotet gings über den neu aufgeschütteten Zugang in die Stadt um die reichlich mitgebrachten Euronen gegen Landeswährung einzutauschen. Damit dem Großeinkauf nichts im Wege steht.
Die Anschließende erste Marktrunde zeigte schon, dass das verprassen des gesetzten Budgets keine Schwierigkeit werden sollte.
Am Abend trudelte dann auch der Lokeric ein und konnte sogar noch sein Zelt auf dem eisern von uns verteidigten Platz in bester Lage direkt am Bosman-Zelt aufschlagen. Schlaflosen Nächten sollte also nichts im Wege stehen.
Nachdem die erste Nacht - Dank Oropax - halbwegs unbeschadet überstanden war, krochen wir bei herrlichstem Sonnenschein aus dem Zelt um zu sehen was der Freitag so bringt. Da die Schlacht erst zu 16Uhr angesetzt war blieb viel Zeit sich auf die Suche nach Freunden zu machen und zu beginnen das hart verdiente Geld unter die Leute zu bringen.
So war die Zeit bis 16Uhr schnell rumgebracht und die Vorbereitung auf die Schlacht konnte beginnen. Zusammen mit den Silverwolfs aus Russland den Vaeringjar Vikinger aus Dänemark, der Einwicvertretung in Form von Rautyr und Webs sowie einem kleinem aber sächsisch schlagkräftigem Kontingent aus Dresden ging es als verbrüderte Gruppe auf in Richtung Schlachtfeld. Mit russischer Pünktlichkeit erreichten wir dieses mit reichlich Verspätung und standen erst einmal vor verschlossener Schranke. Nachdem wir passieren durften wurden wir unerwarteter Weise dazu Angehalten uns bei den Verteidigern auf der Joms-Seite als Reserve einzugliedern.
Doch schon nach dem ersten Schlachtdurchgang wurde dieser Fehler behoben und wir wechselten auf die Angreiferseite. Als große mobile Eingreiftruppe in der Reserve gaben wir unser bestes um die Jomsburg zu stürzen. Doch die Schlacht endete aus "unerfindlichen" Gründen mit einem 3:0 zu Gunsten der Verteidiger.
Für die, die noch nicht genug hatten sollte um 18Uhr noch ein Einzelkampfturnier stattfinden. Herr Lokeric und Wolle von den Tius hatten sich entschieden ihr Glück zu versuchen und unseren polnischen Freunden zu zeigen wie man hierzulande die Schwerter schwingt. Nachdem zunächst versucht wurde ihnen wegen zu später Anmeldung die Teilnahme zu verweigern konnten sich beide dennoch ohne nennenswerte Probleme für die Kämpfe am Samstag qualifizieren. Herr Lokeric verblüffte seine Gegner mit einem Grundkurs in Beweglichkeit und einem Ausblick in eine Welt die aus mehr als zwei Schlagkombinationen besteht. Wolle überrollte seinen ersten Gegner in havelländischer Gründlichkeit und semnonischer Zärtlichkeit trotz des kleinsten Schildes auf dem Platz mit einem 5:0. Der letzte Treffer wurde laut Erzählungen dankbar noch am Leben zu sein auf dem Rücken liegend entgegengenommen. Es fanden sich auch sogleich begeisterte polnische Fans ein welche ihre Unterstützung für die Endkämpfe am Folgetag zusicherten, was auch in die Tat umgesetzt wurde.
Der Samstag begann mit den Endausscheidungen im Einzelkampf. Unter frenetischem Jubel gelang es Herrn Lokeric sich trotz der ein oder anderen Schikane und der ein oder anderen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter, welche mit lautstarken Protestrufen aus den Zuschauerrängen kommentiert wurden, auf eine stolzen 5. Platz durch zu tänzeln. Auch ein plötzlicher Gegnertausch, welcher den eigentlichen Gegner durch den Vorjahressieger ersetze konnte den Vormarsch nicht stoppen. Nachdem sein vorletzter Gegner trotz Punktevorsprung durch Schwertverlust den Kampf verlor und er seinem Finalgegner welcher ebenfalls an Punkten vorne lag den Finger zerschmetterte konnte der "verdiente" Tagessieger geehrt werden. Nach einer erneuten Shoppingtour folgte die Vorbereitung auf die Samstagsschlacht.
Diese sollte vor den gut geputzten Linsen der Kameras von National Geografic erfolgen. Nach dem wir uns erneut in erwähnter russischer Pünktlichkeit durch die bereits anwesenden Restkämpfer gedrängelt hatten, konnte es auch losgehen. Diesmal direkt und ohne Umwege auf Seiten der Angreifer. Die erste Schlacht zog sich sehr in die Länge und kurz schien es so als könnte es kippen, doch wie gewohnt gewannen mal wieder die Verteidiger. Nichts desto trotz ging es hoch motiviert mit einem großem Knall in die 2. Schlacht, auch diese Schien ewig zu dauern. Von einer Dane niedergestreckt musste das Schlachtgeschehen unter dem schützenden Schild als Hörspiel weiterverfolgt werden. Als das Schwertgeklapper endlich abebbte und der Staub sich legte zeigte ein vorsichtiger Blick unter dem Schildrand hervor das es tatsächlich passiert ist:
"Die Jomsbourg Army verliert zum 1. Mal in ihrer Geschichte vor heimischem Publikum und den Kameras von National Geografic!"
1:1 war der Stand nun also. Die Verteidiger versuchten die 3. Schlacht mit Taktik für sich zu entscheiden. Ein massiver Druck mit zusammengezogenen Reserven auf deren rechter Seite sollte die Angreiferlinie durchbrechen. Doch ein beherzter Sprint unserer russisch-dänisch-deutschen Eingreiftruppe auf diese Flanke konnte den Vormarsch stoppen und die Joms dazu zwingen den Rückwärtsgang einzulegen. Während dessen machten die Tius ihren Job auf ihrer Seite und drückten auch diese Flanke ein. Eingekesselt und auf Leichenbergen stehend wurde der Gegner nun Stück für Stück niedergemacht. Von Seiten der Schiris wurde noch 4 mal versucht uns zurückzudrängen um den Verteidigern den Weg aus den Leichenbergen zu ermöglichen. Doch alles half nichts. Auf der linken Flanke drängte ein freilaufender Nordger selbst die Schriris zurück und schlachtete sich tiefer und tiefer in die Verteidigerreihen gefolgt von unsere dadurch inspirierten Allianz. Auf der rechten Flanke taten die Tius das selbe. Völlig eingekesselt und zusammengepresst konnten die Verteidiger keine Gegenwehr mehr leisten. 2:1! und überlebt! Nachdem genug gejubelt wurde gingen viele breit grinsende Gesichter vom Platz und es folgte der gemütliche Teil. Nachdem alle Lager abgeklappert und alle Lobeshymnen gesungen waren erfolgte mit der allabendliche Oropaxzeremonie die Vorbereitung auf den letzten Tag.
Dieser begann mit dem Brückenkampfturnier. Als Preis winkte ein Schwert welches in 5 Teile geflext sicher problemlos an die Teilnehmer einer Gruppe verteilt werden könnte. Zusammen mit Herrn Lokeric, Herrn Lorik, Wolle und Alex an der Dane ging es guter Dinge als zweite Gruppe auf die Brücke. Als Gegner hatten wir uns eine russische Delegation auserkoren. Frustrierenderweise schien diese uns überlegen und das Turnier war für uns auch schon beendet. Das unsere Gegner sich als beste Truppe auf dem Platz erwiesen und den Turniersieg erringen konnten schmälerte den Frust nur mäßig. Von nun an zum Zuschauer degradiert war es spannend zu beobachten wie so mancher Fechter auch die eindeutigsten Treffer erst dann akzeptiert wenn er von einem Schiri lautstark und mit Stockschlägen darauf hingewiesen wird.
Abgerundet wurde das Wochenende durch die letzte Schlacht. Diese endete jedoch trotz spektakulärer Durchbruchsversuche der Angreiferseite mit einem unspektakulären 3:0 zugunsten der Verteidiger. Zwar wirkten diese gemessen an der Lautstärker der Schlachtrufe noch deutlich gezeichnet von der unerwarteten Niederlage am Vortag, dennoch konnten sie sich dieses mal durchsetzen.
Fazit: Trotz Regenansage top Wetter! Sieg über die Joms! Eine Marktatmosphäre ein Warenangebot und ein Preisleistungsverhältnis das erst mal erreicht werden muss! Gelungenes Event!

 

Autor: Hartger (Isengrin - GER)

 
 
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