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11-13 Juni 2010 - 18 Burgfest Neustadt-Glewe @ Neustadt Glewe (GER) - 2-ter Bericht
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Vom 11.06.2010 bis 13.06.2010 fand das 18. Burgfest von Neustadt Glewe statt. Die Harier, wieder mit Verstärkung von Gungnis Snata, reiste den doch etwas weiteren Weg an, um in der härtesten Huscarl Schlacht Deutschlands teilzunehmen. In gewohnter Weise lagerten wir wieder im Verband mit Kelle.

Freitag:

Das Vorkämpfen startete, kurz vor Marktbeginn, um 20:00. Die Teilnehmer wurden aufs Feld geführt, und die übliche Waffenkontrolle wurde durchgeführt. Und da fand sich schon das erste Problem: bei der Abnahme der Langwaffen waren nur sogenannte Baumarktstangen erlaubt, keine gewachsenen Äste oder Stämme. Die schon im vorhinein kritisierten Masse für Stangenwaffen (Einhandger und Danenaxt maximal 1,80 m, Zweihandger 3m) waren ja im Reglement verkündet worden, und waren dementsprechend hinzunehmen. Die Baumarktstangenregelung stiess aber dem einen oder anderen doch sauer auf, dezimierte es schon merklich die Zahl der Langwaffen in der Linie. Doch Diskussionen halfen nicht, und so wurde halt mit Schwert/Schild vorgekämpft. Nach diesen Linien im strömenden Regen bekamen die Kämpfer, die entsprachen, das heiss ersehnte geflochtene Band.

Kurz nach dem Vorkämpfen wurden zwischen Svart, Thorwal, Sven und Kelle die Gruppierungen für die Schlacht eingeteilt. Und da war sie schon, die zweite Überraschung: die Gerüchte, die man schon am Markt gehört hatte, bewahrheiteten sich. Einwic und die Semnonen werden auf der gleichen Seite kämpfen. Um Druck aus der Schlacht wegzunehmen, und einfach mal was Neues auszuprobieren. Spät am Abend kamen dann noch einige gute Bekannte und Freunde vorbei, um gleich mal ein bisschen zu taktisieren und vorzubesprechen, was man denn so tun könnte. Noch müde von der Anreise gingen aber die meisten von uns doch bald in die Koje.

Samstag:

Nachdem man sich ausgiebig ausgeschlafen und ordentlich gefrühstückt hatte, waren dann mal die ersten Marktrunden fällig. Der Vormittag war ja vollkommen frei, denn, auch neu, beide Schlachten waren für Nachmittag angesetzt. Jeder fieberte schon zum Beginn hin, und dann war es endlich soweit. Der gesamte Heerzug zog aus dem Gelände aus, um dort noch genaue Feinabstimmungen für die Kämpferzahl, die Heerführer und den Heeresnamen zu bestimmen. Nach etwas warten, dass die Heerführer dazu nutzten, noch Taktiken rauszugeben und die Leute anzustacheln und heiss zu machen, gings los aufs Feld. Wir, die Verteidiger, nahmen Aufstellung, und warteten, welcher Gegner uns wohl gegenüberstehen würde, Einwic oder Semnonen. Wir standen am linken Flügel ganz aussen, und hofften, auf die Semnonen zu treffen. Die Bucinobanten standen rechts aussen, und würden es dann wahrscheinlich mit Einwic zu tun haben. Und der Angreifer stellte sich dann auch so auf, wie wir gehofft hatten: Semnonenbund am rechten Flügel, Einwic am linken, dazwischen verschiedenste Gruppierungen und Einzelkämpfer. Nach der Segnung durch Sven nahmen wir wieder Aufstellung, und dann gings schnell: Schilde hoch, vorwärts! Schilde krachten zusammen, Dänenäxte und Schwerter prasselten von oben herab, und Gere stocherten in den Reihen, die ersten „toten“ fielen um und bildeten Haufen, die das vorwärts kommen erschwerten. Die erste Schlacht mit jeweils 5 Waffengängen war gewohnt hart, und man trennte sich mit einem überraschenden 3:2 für die Verteidigerseite. Wir waren stolz, doch wir wussten, dass die zweite Schlacht am Tag um einiges härter werden würde.

Nach zwei Stunden Pause wars dann auch schon wieder soweit. Aufstellung, Kriegersegnung, ab in die Reihe und los geht’s. Dieses mal war uns der Schlachtengott nicht so zugetan, und wir verloren diese mit 5:0. Man muss dazu sagen, dass es doch einigermassen ausgewogen war, denn einige Durchgänge standen wahrlich an Messers Schneide, und hätten uns bei etwas mehr Glück den Sieg gebracht. Und ja, es war härter.

Am Abend genoss man sein Bier und entspannte. Von unserer Seite wurden Spezialkommandos losgeschickt, um den Gegner mit reichlich mitgebrachten österreichischen Spezialalkohol auf die morgigen Schlachten vorzubereiten, was uns aber leider nicht in dem Umfang gelang, wie wir es erhofft hatten. Doch Gerüchten zu urteilen wurden zu später Stunde noch Einhörner gesichtet. Wir saßen auf jeden Fall im Lager, und gaben Unterricht in österreichischer Sprache und Humor, um unseren Bildungsauftrag in Deutschland auch zu erfüllen.

Sonntag:

Wie Samstag wurden beide Schlachten am Nachmittag geschlagen, man hatte vormittags also wieder Zeit, sich zu regenerieren oder die eine oder andere Runde zu drehen.

Für die erste Schlacht wurde von Hermann und Kelle die Taktik ausgegeben, dass wir ab jetzt russian style kämpfen, was unseren Kameraden von den Silverwolves sehr freute. Keine Zurückhaltung mehr, einfach rein, und holen was geht. Und damit hatten wir wieder Erfolg, das Ergebnis des Vortages mit 3:2 für uns wiederholte sich. Man merkte, wie voriges Jahr, dass die Härte von Schlacht zu Schlacht zunahm. Und eine stand uns noch bevor.

Die zweite Schlacht am Sonntag war dann sicherlich die härteste, in der ich jemals gekämpft hatte. Ich persönlich war noch nie in Wolin, doch einige altgediente Kämpfer, die schon dort waren, meinten nach der Schlacht, dass ein Vergleich durchaus zutreffend sei. Leider verliess uns wie am Vortag auch am Sonntag das Glück, was wiederum zu einem 5:0 führte. Bei der Nachbesprechung einigte man sich auf ein Unentschieden, dass die Angreiferseite gewonnen hatte. Es gab keine ernstzunehmenden Probleme, keine Verletzungen (bis auf Crysagon, der wieder mal ein Purple Heart ausfasste), und es war ein Riesenspass. Im nächsten Jahr wird der verrückte österreichische Haufen auf jeden Fall wieder dabei sein, und schauen, wo sein Platz in der Schlacht ist.

Um es mit den Worten von Kelle abzuschliessen:

Mit euch möchte ich kämpfen

Mit euch möchte ich leben

Mit euch möchte ich sterben

 

Autor: Skotr (Die Harier / Gungnirs Snata) - (AUT)

 
 
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