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Nun schon zum vierten Mal rief Odo von Craien zum Heerbann auf. Vom vorigen Jahr noch begeistert, stand für uns fest: wir müssen wieder hin. Die Harier (mit dabei: Michi, Kathi, Morten und Skotr) hatten diesmal wieder Kämpfer von anderen Vereinen (Bluot zi Bluoda: Gerwin, Gungnirs Snata: Svartr, Ansgar und Gunbjörn) zum mitfahren begeistern können. Und so machten wir uns am Donnerstag nachts auf den Weg
Freitag: Sind wir schon da?
Des nächtens durchgefahren kamen wir am Freitag zeitig in der Früh an. Einige wenige Zelte waren schon aufgeschlagen, und nach dem eintreffen unseres Konvolutes wurde mit Odo kurz noch die Platzeinteilung besprochen und gleich Sonnensegel und Zelte aufgebaut (wir lagerten natürlich wieder mit Kelle im Verbund). Danach wurde kurzerhand noch schnell mal eingekauft, um die Lagerversorgung zu gewährleisten. Zwischendurch kamen immer wieder mal Freunde und alte Bekannte vorbei, um uns herzlich zu begrüßen. Nach sehr vielen interessanten Gesprächen und natürlich ein klein wenig dengeln forderte die lange, durchgefahrene Nacht ihren Tribut, und die Nachtruhe kehrte sehr schnell in unser Lager ein.
Samstag: Aufwachen und Anrödeln!
Noch etwas schlaftrunken quälten wir uns nach einer sehr kalten Nacht aus dem Bett und in die Kampfmontur. Dabei wurde meine Wenigkeit etwas vom Kreislauf eingebremst, da ich anscheinend eine leichte Allergie gegen Brandenburg entwickelt habe (Nimm das Antiallergen mit, wir fahrn nach Brandenburg). Voriges Jahr traf es mich am Freitag, diesmal ungünstigerweise am Samstag. Der Rest der Mannschaft trat am Schlachtfeld an, um diverse Kämpferabnahmen und Trainings zu absolvieren. Nach ca. 1,5 Stunden war auch ich soweit erholt, um mitzumischen. Im Anschluss an die Abnahmen wurden die zwei Heeresgruppen bestimmt, die im Anschluss taktische Trainings und Aufstellungen trainierten. Danach war dann mal Mittagspause.
Die Schlacht: ROT!
Während wir schon auf dem Feld in der Einteilung standen, hörte man das laute TIU! Der Kämpfer des Semnonenbundes zu uns rüberschallen. Ich persönlich war froh, auf der Seite der Semnonen sowie des Kölner Haufens zu stehen, und nicht gegenüber. Die Gruppen wurden, wie letztes Jahr, mit roten und blauen Bändern markiert. Und dann ging es los. Vorweg: es wurde hart, aber fair gekämpft. Die Disziplin in den Reihen beim vormarschieren kann man gut, aber durchaus verbesserungswürdig nennen. Interessant war der Ausgang: nachdem unser Heer bei der ersten Schlacht buchstäblich alles niedergewalzt hat, wurde der Gegner vorsichtig. Zu vorsichtig meines Erachtens, denn beherztes Vorgehen hätte manche Schlacht noch drehen können. So aber waren wir immer in der Lage Druck zu machen. In Schlacht 3 stellte sich sogar eine Punching Crew unter der Führung von Sven auf, um eine vorzeitige Entscheidung herbeizuführen, was auch gelang. Die Gegner trennten sich am Ende mit einem 5:0 für Seite rot, was dazu führte, dass Rufe laut wurden, man möge bitte nächstes Jahr statt blau eine andere Farbe wählen, denn: blau verliert immer….
Nach der Schlacht brachte Kelle noch die Idee vor, man könnte vier Heerhaufen bilden, die jeder gegen jeden spielen, was auch sofort aufgegriffen und umgesetzt wurde. Jede Gruppe wählte sogleich einen Heerführer und einen durchaus kreativen Gruppennamen (wir waren „Arschlecken“). Nachdem einige Runden gespielt waren, und die Kämpferzahl sich stetig dezimierte, beschlossen wir, den Tag abzuschliessen, um mit den Vorbereitungen für die lange Tafel zu beginnen:
Die Tafel: Birnbrooond!
Da die Teilnehmerzahl zu 2009 wieder gestiegen war, gab es diesmal wieder Freibier und eine wirklich lange Tafel, die nichts zu wünschen übrig ließ. Jede Gruppe tischte auf, was möglich war. Ich finde, dass die lange Tafel eine der großartigsten Sachen ist, was man bei so einem Lager tun kann. Jeder darf bei jedem mitessen, neue Freundschaften entstehen, Meinungsaustausch überall, einfach herrlich. Das österreichische Kontingent hatte heuer a gscheite Brettljausn vorbereitet, und natürlich wurde nachher Birnbrand und Nusslikör zur Verdauungsanregung gereicht. Was so manchen dazu verleitete, unseren Tisch gar nicht mehr zu verlassen. Im Anschluss an die große Tafel wurden wir noch von Pyro ins Lager der Semnonen eingeladen, um mit ihm seinen Geburtstag zu feiern. Dort wurde auch von Sven das Schlachtergebnis verkündet: „Bruchmühle 2009: 8 zu 0. Bruchmühle 2010: 5 zu 0. Danke“
Sonntag: Wie bin ich ins Zelt gekommen?
Nach dem aufstehen am Sonntag wurden noch einige Geschichten vom Vortag erzählt, wobei mancher nicht mehr wusste, wie er am Vortag ins Zelt gekommen war. Und dann ging es wieder ab aufs Schlachtfeld. Diverse Workshops wurden angeboten, die auch sehr viel Zuspruch fanden. Und dann ging es ab in den Wald.
Playing in the woods: ich glaub, ich steh im Wald.
Zwei Gruppen wurden gebildet, und schon ging es los. Wie voriges Jahr kämpften wir uns immer tiefer in den Brandenburg Forst, wobei die Teilnehmer der letzten Jahre durchaus die taktischen Möglichkeiten dieses Waldstückes schon kannten und für sich auch nutzten. Für manchen war es eine neue Art zu kämpfen, und alle waren mit Eifer dabei. Da die Teilnehmerzahl sich von mal zu mal dezimierte (die Temparaturen und der Vortag forderten ihre Opfer) wurde beschlossen, aufs Feld zurückzukehren, um abschließend noch ein paar Linien zu kämpfen.
Abreise: Wieso können wir nicht noch bleiben?
Nach einer abschließenden Ansprache von Odo wurden die Lager abgebaut, Freunde verabschiedet, Termine abgeglichen und die Heimreise angetreten. So mancher von uns wäre noch gern ein paar Tage geblieben.
Resümee:
Der Heerbann ist immer wieder die Reise wert. Von den Möglichkeiten, sich mit anderen zu treffen, ohne von Touristen belagert zu werden, Kampfworkshops zu besuchen, und vor allem die große Schlacht mit ca. 200 Beteiligten können wir im Moment in Österreich nur träumen. Auch die Einkaufsmöglichkeiten waren heuer wieder sehr gut, wobei ich den Eindruck hatte, dass weniger Angebot war wie 2009. Für mich steht für 2011 fest: Pack was zum dengeln ein, wir fahrn nach Brandenburg!
Autor: Skotr (Kriegerbund Harier/Gungnirs Snata - AUT)
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