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21-22 Februar 2009 - Internationales Trainingswochenende bei „Ask“ (DK) | Drucken |  E-Mail

Internationales Trainingswochenende bei „Ask“ (21.02. - 22.02.2009)

Ask ist eine dänische Wikingertruppe mit 15 Jahren Kampferfahrung. Auf ihrer Seite findet man Bilder von 1986 von Moosgard und man findet sie auch jedes Jahr in Moosgard „german tanks are rolling“ singend. Ich bekam eine Einladung von den schwedischen Wikingern zum Trainingswochenende und fuhr am Freitag die 800 km bis nach Glesborg im Jülland.

Dort trafen sich auf dem privaten Grundstück von Ellen und Ruud (Mitglieder von Ask) dänische, schwedische, norwegische und deutsche Wikinger. Ellen und Ruud wohnen in einem typisch dänischen Haus mit großer ausgebauter Scheune, angrenzenden Werkstätten, Ställen und Weideland mit Pferden drauf. Dort wurden alle am Freitag anreisenden Kämpfer untergebracht. Schon am Freitag Abend wurden bei mitgebrachten Getränken die international unterschiedlichen Ansichten der „Dreieckstaktik“ diskutiert und einige Wiedersehen gefeiert. Gegen 2:00 Uhr machten sich auch die Letzten auf ins Bett.

Ich schlief aufgrund des milden dänischen Winters und meiner Faulheit die Sachen rauszuräumen auf meiner bequemen Schlafcouch im Auto, auch wenn ich mit den Schweden am Samstag in ein eigenes Haus im Dorf hätte umziehen können. Nur das Aufstehen in der Kälte war echt hart. fast Wikinger-like. Ich wurde morgens im Auto von den Schweden mit einem Geschenk geweckt – Ante hatte mir als Überraschung eine neue Axt gebaut und warf sie mir mit roter Schleife um das Blatt auf das Bett. So möchte ich gern immer geweckt werden !!! ))


Zum Training am Samstag:
Nach einem Frühstück dänischer Art mit selbstgebackenen Brot und Marmelade auf dem Käse (bähh), rüsteten sich alle auf und trafen sich hinter dem Haus auf dem Weideland. Auf Waffenscheck und Trefferzonenerklärung wurde verzichtet, da sich die Truppen untereinander kannten und Anfänger für dieses Training ausgeschlossen waren. Die Trefferregeln waren wie in Moosgard mit einer Ausnahme: OBERARME FÜR SPEER WAREN DRIN !!!

Zuerst suchte sich jeder nach Waffengattung einen Buddy (immer ein Erfahrener und ein weniger Erfahrener), mit dem er an diesem Tag zusammen arbeitete. Dann wurden Sektionen gleicher Waffengattung von 5-6 Kämpfern mit Sektionskommandeuren gebildet, die sich selbst einen Namen gaben. Die Sektionen wurden mit verschiedenen Waffengattungen zu 2 Lines aufgestellt, die natürlich von Linecommanders mit Hilfe der Sektionskommandeure befehligt wurden. Das klappte hervorragend. Die Auswertung und Fehleranalyse wurde jeweils in die einzelnen Sektionen getragen. Das Ganze machten wir bis zum Mittagessen um 13:00 Uhr.

Dann ging es in den eingeteilten Sektionen in den Wald und es folgten stundenlange „Fighting in the Woods“. Wir wurden in drei große Gruppen eingeteilt, so dass zwei sich immer bekämpften und die dritte grad die Auswertung machte, was schief gelaufen war, was besser gemacht werden konnte und warum wo und wie durchgebrochen worden war. Ich selbst war die ganze Zeit mit Einhandspeer, Schild und Axt im Wald. Wir liefen über die dicke Schneedecke, unaufgeräumten Wald und Hügeln, die Tannen waren schneebedeckt und es schneite mit den Stunden immer übler. Es war einfach nur ein riesiger Spaß und wir arbeiteten hart und konzentriert zusammen an jeder neuen Geländeaufgabe, besetzen tunnelartig dichte Waldwege, wo selbst im dichtesten Unterholz von Dreck- und Schnee bedeckte Runner saßen und sich einander nichts schenkten. Die Linecommanders waren von ASK, sehr erfahren und echt gut. Unsere Gugeln waren irgendwann daumendick vom Schnee bedeckt, die Handschuhe naß und wir voll der besten Laune. Gegen 17:00 Uhr ging es zurück zu Ruuds und Ellens Grundstück. Es sah einfach nur prachtvoll aus, wie in langem Marsch ein Haufen bewaldeter und schneebedeckter Wikinger in voller Bewaffnung mit jede Menge Speeren auf der Schulter aus dem Wald kamen und müde und glücklich durch den Ort liefen. Autos hielten an, Leute kamen aus dem Haus oder standen am Fenster. Es schneite immer noch dicke Flocken.

Die meisten Kämpfer rödelten sich ab, ich suchte verzweifelt noch welche, die Energie übrig und Lust auf Circeln hatten. Hinter dem Haus fand ich 4 Leute von ASK und gesellte mich zu ihnen. Wir kämpften noch ca. 1 Stunde, bis es zu dunkel wurde.

Am Abend…
Gab es ein leckeres Essen mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse, die in einem größeren Saal im Dorf serviert wurden, damit alle Kämpfer dort Platz hatten. Es wurde mit mitgebrachten Getränken gefeiert, dänische Lieder geschmettert, die freiwilligen Geschirrabspüler geehrt, viel ausgetauscht, erzählt und die kommende Saison geplant. Von den schwedischen Mädels wurde eine an diesem Abend 18 Jahre alt, musste überall mittrinken und wurde in allen vorhanden Sprachen besungen.

Mir selbst wurde an diesem Abend eine große Ehre zuteil ! Halsingarna assimilierte/ adoptierte mich und nahm mich völlig überraschend in ihre Gruppe auf. Damit werde ich wohl in Moosgard in der „spjutkusten“ – der „spearcost“ dabei sein und fahre im Mai wieder nach Schweden zum Vorbereitungstraining für Moosgard. Yiiipiiihhhh !!!! So werde ich nun wohl doch langsam aber sicher „wikingisiert“ )))) – haben sie gesagt.

Halsingarna ist eine schwedische Wikingergruppe, die regelmäßig in Malmö trainiert und seit 1993 existiert. Von Moosgard findet man seit 1996 die ersten Bilder auf ihrer Seite. Sie arbeiten mit den anderen schwedischen Gruppen (auch den Göteborgern, Elvegrimarne, die aus EU bekannt sind) viel zusammen.

Das Sonntagstraining…
Toppte doch glatt noch den Samstag. Am Vormittag gab es Workshops für verschiedene Waffengattungen und die „advanched fighters“ tauschten untereinander ihre Techniken aus und zeigten sie den anderen Interessierten. Nach dem Mittagessen ging es in ein anderes Waldstück, in dem wir auf Holzbrücken und durch Moore hindurch Brückenkampf machten und im Vergleich zum Samstag sehr viel schwierigere Plätze umkämpften. Trotz der Speertrefferzone auf Torso und Oberarm arbeiteten auch an den Brücken alle Kämpfer sehr kontrolliert und sicher. Es artete wirklich fast in Arbeit aus, mit den Stangenwaffen die Kämpfer mit ihrer guten Deckung nach und nach von der Brücke zu holen. Die Runner rannten durchs Moor und über umgefallene Bäume, um in den Rücken der jeweils anderen zu kommen. Nicht selten versank der ein oder andere bis zum Knie im Schlamm.

ASK zeigte sich auch im Wald extrem gastfreundlich, da einige ihrer Leute immer Wasser und auch für eine größere Pause Obst für alle herbeibrachten. Mitten im Wald standen leere verfallene Häuser, in denen die ersten Schneeglöckchen vom Frühling kündeten.

Resümee:
Es hat sich für mich absolut gelohnt den langen Weg nur für ein Wochenende auf mich zu nehmen. Es waren sehr gute Kämpfer von bekannten skandinavischen Gruppen (auch von den dänischen Ulfhednir) anwesend und es wurde auf hohem Level durchgängig konzentriert und kontrolliert trainiert. Es gab gewiß keinen Kämpfer, der nichts für sich selbst aus diesem Wochenende mitgenommen hat. Das Gelände war sehr abwechselungsreich und keiner scherte sich um das Wetter oder die Bodenverhältnisse.

Es trugen ganze 2 von 90 Kämpfern einen Helm und nur sehr wenige Gambeson !! Ich selbst kämpfe bei den Skandinaviern immer ohne Helm. Es gab fast keine Kopftreffer, nur 2 Mal berührte sehr sanft und abgebremst eine Waffe ein Gesicht. Der schlimmste Treffer des Wochenendes war ein Schneeball im Auge von Tracy (die EU-Fahrer kennen sie sehr wahrscheinlich, sie war als dänischer Gast bei Elvegrimarne) und sie trug dort einen Helm. Die Treffer mit den Speeren auf Torso und Oberarm waren safe und kontrolliert gesetzt und ich fühlte mich zu keinem Moment unsicher.

Momentan gibt es in den dänischen, schwedischen und norwegischen Foren Diskussionen über die Einbindung des Oberarms als Trefferzone für den Speer in Moosgard. Auch deutsche teilnehmende Gruppen wurden angeschrieben und um ihre Meinung gefragt. Momentan sind wohl 20% der befragten skandinavischen Gruppen dagegen. Die Festsetzung der Regeln für Moosgard 2009 soll bis Ende dieser Woche entschieden und danach veröffentlicht werden. Weiterhin wird in Moosgard verstärkt auf die Wikidarstellung geachtet. Schon im letzten Jahr wurden Vendelhelme vom Schlachtfeld verwiesen.

Wie immer kommt man nicht zum fotografieren, wenn man selbst trainiert. So wartete ich eigentlich auf Fotos von den Schweden. Das dauert gewiß noch etwas, daher poste ich (Leider ohne Fotos !!) nun den Bericht.

Bis Sonntag zum Training!!

Autor: Daaraa aka Yvonne Roßdeutscher (Halsingarna - SE, GER)

 

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