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22-24 Mai 2009 - Halsingarnas Trainings WE (SE) | Drucken |  E-Mail

In jedem Frühjahr lädt Halsingarna die zugehörigen Gruppen der „Spearcoast“ und auch Gäste zum Vorbereitungstraining für Moosgard ein. Unter dem Banner der „Spearcoast“ kämpfen einige schwedische Gruppen (Elvegrimarne, Halsingarna, Fenris, Raverna) jedes Jahr zusammen in Moosgard. Der Name beruht auf die Spezialisierung mit Speeren und Daneaxt, das Banner zeigt eine Valkyrie mit Speer.

Der Trainingsort lag in diesem Jahr irgendwo im Nirgendwo in Skåne - Ekestad, eine kleine Ansammlung von schwedischen Häusern 60km entfernt von Kristianstad. Unser Treffpunkt am Ende des Dorfes waren zwei Wikinger – Langhäuser am Rande eines Waldes zur einen Seite und 30m von einem riesigen See zur anderen Seite. Der Wald war leicht hügelig und überall lagen riesige Felsbrocken und Steine herum. Was für eine beeindruckende Landschaft.
Auf dem Hinweg fuhr ich bei einer Farm eines Gruppenmitglieds von Halsingarna vorbei und holte einen Kubikmeter Holz ab. Nebenbei bekam ich von Claes die Geschichten der Kampfurgesteine von alten deutschen und schwedischen Kämpfern erzählt – die Anfänge des Reenactment-Kämpfens. Claes kämpft seit über 25 Jahren. Was sind wir doch für Anfänger.



Freitagabend:
Nach langer Fahrt und mein erstes Mal Überquerung der beeindruckenden dänischen Brücken half ich meiner Gruppe beim Aufbau der Zelte vor den Langhäusern, stattete die Langhäuser mit Holz aus und bestaunte die Umgebung. Beim Ausladen des Holzes wurde ganz nach schwedischer Art lustige schwedische Lieder geschmettert und viel Spaß gemacht. Ein großes Drachenboot lag am See, bereit es zu besteigen und loszurudern. Die ersten Feuer brannten schon und ich bekam sogleich einen Teller leckeren Essens von Rickard in die Hand gedrückt. Nach und nach kamen die von weither anreisenden Gruppen an, bauten auf und fanden sich im Langhaus am Feuer ein, wo bis spät in die Nacht erzählt, gesungen und etwas gefeiert wurde. Ich sah endlich einige alte Leute von Elvegrimarne und Fenris wieder und auch dort wurde in Erzählungen eine Gedenkminute an EU eingelegt. Als sich nach und nach schon einige im Langhaus schlafen legten, verließ ich nach weiteren 2-3 Stunden das Langhaus mit den letzten übrig gebliebenen Schweden in Richtung der Zelte. Als wir herauskamen, ging schon die Sonne auf und es war kurz vor 4:00 Uhr.


Samstag:
Um 7:30 Uhr war meine Nacht zu Ende, da ich versprochen hatte, bei der Frühstücksvorbereitung zu helfen. Gegen 9:00 Uhr wurde zum allgemeinen Wecken ins Horn geblasen und aus allen Zelten kamen nach und nach schlaftrunkende halbangerödelte Kämpfer. Gegen 10:00 Uhr hatten alle gefrühstückt und trafen sich auf einer riesigen Ziegen- und Schaafweide zum Aufwärmtraining. Von 50 Kämpfern trugen 2 einen Helm und inklusive mir 4 einen Gambeson. Der Rest begnügte sich mit Wikiklamotte, Armschoner und Handschuhe. Nach einer kurzen Erwärmung trafen sich immer jeweils zwei Kämpfer, kämpften einige Runden gegeneinander und zeigten einander dann einige Auszüge ihres Wissens, gaben sich Tipps oder hilfreiche Kommentare. Dann wurde in zwei Lines aufgeteilt, Kommandeure zugeordnet und verschiedene Taktiken, Kommunikation und Zusammenarbeit geübt. Im weiteren Verlauf des Tages gab es dann noch Circles of Honour und Dishonour – diese dann auch mit 2, 3 und 5 - Kämpfer Gruppen und Resporn Baum. Mit vielen Wasserpausen, gelegentlichem Regen, aber viel Sonne und einer Stunde Mittag brachten wir den Tag schnell herum.

Nach dem Training ging es zum allgemeinen großen Baden an den See, an dem die meisten froh waren den Schweiß und Dreck des Tages loszuwerden. Wir genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf dem hölzernen Steg des Sees. Dann war für einige Stunden
das Langhaus besetzt. Erst eine Gruppensitzung mit Halsingarna, dann trafen sich die Spearcoast-Verantwortlichen zur Moosgard Absprache. Draußen saßen unter hohen Bäumen am Feuer die anderen Kämpfer, feierten und tranken und erst spät in der Nacht trafen sich die letzten Kämpfer im Langhaus am Feuer.

Sonntag:
Nach reichhaltigem Frühstück und nach unglaublich wenig Schlaf ging es bis zum frühen Nachmittag weiter mit dem Training. Linefightings, Hunting Groups, Capture the Flag und immer wieder erneutes Aufteilen der Gruppen, damit man zusammenarbeiten und miteinander kommunizieren musste. Dann gingen einige der Leute Drachenboot fahren und die anderen trainierten weiter. Leider brach sich einer der Dänen durch Umknicken einen Knöchel, wurde vom in der Nachbarschaft lebenden Arzt versorgt und ins Krankenhaus nach Kristianstad gefahren. Ansonsten gab es einen abgebrochenen Schneidezahn und sonst keine weiteren Verletzungen. Nach den Verabschiedungen und Wiedersehensversprechungen in Moosgard ging es dann für mich auf die lange Rücktour Richtung Köln.

Autor: Daaraa aka Yvonne Roßdeutscher (Halsingarna - SE, GER)

 

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