Das Freilichtmuseum:
Das wieder auferstanden Dorf, Wolin, welches zur Wikingerzeit nach Haitabuh wohl das wichtigste Handelszentrum war, wuchs ja schon jährlich seit unserem ersten Besuch im Jahre 2004. Mittlerweile sind viele Häuser gebaut, das Stadttor mittels daran anschließenden Balisade aufgewertet und die Holzbohlenwege durch die Stadt beinahe voll ausgebaut. Des weiteren wurde das Schilfmoor weiter trockengelegt und somit die Gesamtfläche des Areals noch einmal beträchtlich an beiden Enden vergrößert. Dies war auch notwendig, denn ansonsten hätten die, wieder zu Massen angereisten, Darsteller kaum Platz gefunden.
Die Schlachten:
Die Schlachten sind mit geschätzten 500-600 Mann seit eh und je eine der größten in Europa und waren für Westeuropäer wohl auch immer die härtesten. Jedoch 2009 passierte eine Wende. Meiner Meinung war die Schlacht in Neustadt Glewe um einiges härter und vor allem anspruchsvoller. Die Polen ließen dieses Jahr nun doch wieder Speere zu, jedoch mussten diese entsprechend große Spitzen aufweisen und durften eine bestimmte Länge nicht überschreiten. Eben gleiches galt für Danenäxte. Daraufhin wurden alle Langwaffenkämpfer durch die Schiedsrichter kampftechnisch abgenommen und bekamen ein sichtbar zu tragendes rotes Band, bei den Speerkämpfern wurden sogar Personalien aufgenommen und ein Bild von jedem Kämpfer geschossen. Die Polen erklärten auch wie eine Daneaxt zu führen sei und das der typische Wolinstyle sich mit heuer aufzuhören hat. Einige Stimmen wurden laut, dass man nicht in Moesgard sei, wurde gesagt, dass man nicht schön fechten will sondern sich seinen kick holen wolle, das Wolin für seine Brutalität bekannt sei und dass dies gut sei. Nichts desto trotz, die Organisation blieb bei ihrem Kurs und betonte die Gruppenhaftung, bei auffälligen Langwaffenkämpfern werde die ganze Gruppe vom Kampfplatz verwiesen.
Dieses Jahr hatten wir die Ehre auf der Jomsvikings Seite, welche quasi die Verteidiger der Stadt Wolin darstellen, zu stehen. Drei Gründe trugen wohl dazu bei, dass ich die Schlachten heuer nicht als so spektakulär empfand wie in den letzten Jahren. 1.)der zuvor genannten Grund mit der Langwaffenabnahme, versteht mich nicht falsch, ich finde das gut das nicht jeder auf dem Feld machen darf was er will, aber man kann einfach niemanden innerhalb 2 Minuten zeigen wie er schön und Safe fechten soll, wenn er nur Eastern Style kann und gewohnt ist, somit war dieser ganze Punkt abgesehen von der Schaftlängenkontrolle in meinen Augen eine Farce. 2.)Die bei weiten Unterlegene Gegenseite welche uns den Sieg an allen Tagen ZU einfach gestaltet hatte. 3.)Der Einsatz in einer Punshing Group unter der Leitung der Silver Wolfs, es war zwar eine Ehre unter Ihrem Kommando zu kämpfen da diese Burschen wirklich wissen wie es in Wolin zu laufen hat, andererseits hätte ich wohl bei einem weit unterlegenen Feind als Teammitglied in einer Punshing Group nie Gegner gesehen hätte, ich mich nicht immer wieder von eben dieser entfernt und mich in die erste Reihe gestellt.
Der Bridge Fight:
Dieses Jahr zum ersten Mal nahmen wir am Bridge Fight teil. Teams aus 8 Teilnehmern durften daran teilnehmen. Unser Team bestand aus Mike und einem weiteren Kollegen der Ulfhednir von Dänemark, aus Webs und Rautyr von Einwic, aus Sascha von Deutschland, aus Mike von den Bardaga Buin aus Innsbruck (AUT) und aus Richi und mir von den Hariern aus Graz (AUT). Ein Internationales westeuropäisches Team, und ich denke wir waren auch das einzige welches mitgemacht hat.
Als erstes hatten wir dann auch gleich die russischen Silverwolfs als Gegner die uns mit 3:0 vernichteten. Ein wenig niedergeschlagen aber frohen Mutes doch noch einmal kämpfen zu können warteten wir am Rande und begutachteten die harten Wolin Style mäßigen Kämpfe. Hier machte kämpfen wieder Spass, es war hart es tat weh und es war Adrenalin pur. Wir konnten uns auch ein weiteres Male unter Beweis stellen, und siehe da, langsam spielten wir besser zusammen, denn wir verloren nur noch 3:1. Leider war dies unser letzter Gegner und so mussten wir abziehen. Spass war das aber auf jeden Fall.
Das Resümee:
Wolin war immer der einzige Fixpunkt für mich in all diesen Jahren, aber irgendwas treibt mich immer mehr Richtung Dänemark. Wolin wird mich persönlich, außer ein Wunder geschieht und ich kann den ganzen Sommer Urlaub nehmen, nächstes Jahr leider nicht sehen. Ich würde gerne wieder fahren, nur meine Arbeit lässt in dieser Zeit nur eine Woche Urlaub zu, da mir Wolin nicht mehr sooo gefallen hatte muss ich wohl nächstes Jahr die lange Reise nach Dänemark auf mich nehmen um mich von den großen strategischen Schlachten in Trelleborg und hoffentlich auch Moesgard selbst zu überzeugen.
Markt: SUPER Einkauf: nicht mehr so Schnäppchenüberlaufen aber dennoch gute Qualität zu guten Preisen Schlacht: hmm.. naja Bridge Fight: yeaahhh yeaahhh yeaahhh
Wer Wolin noch nie gesehen hat, wer in Wolin noch nie gekämpft hat, sollte sich aber von diesem Bericht nicht abschrecken lassen, wenn man die Chance hat diese wunderschöne Museumsdorf Fest einmal anzusehen oder einmal mit zu kämpfen, sollte man diese nutzen, denn es ist nichts desto trotz wohl eines der schönsten Feste die ich bisher besucht habe, und für Erstbesucher wohl dennoch der Adrenalin Kick Pur!
Autor: M. (Die Harier, AUT) |
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