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24-26 April 2009 - 3. Brandenburger Heerbann (GER) | Drucken |  E-Mail

093. Heerbann Berlin-Brandenburg 24.-26.04.2009

Am Freitag
… Abend kamen Stefan und ich nach 8 Stunden Autobahn und Stau in Bruchmühle bei Berlin an, bauten im Lager der Templer mit deren hilfreichen Händen bei Laternen- und Fackelschein auf und begrüßten einige wenige noch nicht Schlafende. Bei einem Rundgang durch die Dunkelheit erkannte man ein am Waldrand liegendes großes Zeltlager, dass einen großen Kampfplatz einschloß, einige Händlerstände und eine Taverne. Einige wenige Feuer brannten noch, Stefan und ich begrüßten die Chemnitzer Wikinger und gingen dann nach einem Willkommensdrink schlafen .

Am Samstag
… Morgen gabs bei Templers um 8:00 Uhr Frühstück und außer einem weiteren Söldner waren wir die einzigen bunten Farbflecke im Templerlager. Wir bezahlten den Teilnehmerbetrag für Holz und Wasser für das gesamte Wochenende i.H.v. 5 EUR pro Person. Ein menschlicher Lautsprecher ging durchs gesamte Lager und brüllte laut die noch verbleibende Minutenzahl bis zum Sammeln der aufgerödelten Kämpfer. Um 9:30 Uhr sammelten sich dann alle auf dem Kampfplatz. Das Programm fürs Wochenende wurde bekannt gegeben und bis zum Mittagessen um 13:00 Uhr sollten Linefightings stattfinden. Insgesamt hatten sich 240 Kämpfer aus Früh- und HoMi`s eingefunden (444 Teilnehmer am gesamten Lager). Es wurde dann eine FrühMiLine und eine HoMi Line mit etwas FrühMi Unterstützung gebildet. Diese teilten sich erneut in jeweils 2 Lines und trainierten zuerst einmal unter Anleitung ihrer Heerführer. Die HoMiLines wurde so weit wie möglich auf einen gemeinsamen Schlachtlinienkonsenz gebracht und die FrühMiLines trainierten Taktiken. Dazu wurden jeweils Kommandeure für das Center, die Flügel, die Reserve und die Hunting Groups eingeteilt.

Nach einigen Durchgängen und verschiedenen Taktiken und Gegentaktiken kamen die anwesenden Pferde mit den Reitern ins Spiel. Diese nutzen die Möglichkeit der aufgestellten Formationen, die Lines und den Lärm der Kämpfer, um mit ihren Pferden hindurchzureiten, mit den Leibern ihrer Pferde die Lines zu durchbrechen oder wegzuschieben. Das ist schon ein seltsames Gefühl, wenn so ein Gaul die Schilde auseinanderdrückt und die Kämpfer mit seinem Körper fort schiebt. Dann gab es Mittagessen und um 14:00 Uhr sollte sich zur großen Schlacht gesammelt werden. Die Wikinger bildeten einen großen Kreis auf dem Schlachtfeld, stellten ihre Schilde nach innen und brachten die Banner ihrer Gruppen in die Mitte. Dann erfolgte durch die Heerführer eine Anrufung der Götter vor der Schlacht und ein Opfer. Ein Horn voll guten Gebräus wurde dem Staub des Schlachtfelds übergeben. Die Templer beteten ihre Gebete. Die Schlacht begann.

Nach 8 Lines 0:8 für die FrühMiSeite war die Frustration entsprechend groß. Einen besseren Trainingseffekt hätte es gebracht, wenn spätestens nach dem 3. Mal ausgeglichener durchmischt worden wäre. Nur war das sehr schwierig, da sich einige Wikis lautstark dagegen äußerten, die HoMiSeite zu unterstützen. Sehr schade eigentlich. Stefan und ich kämpften mit den Chemnitzern zusammen. Dann begann der Huscarl Workshop, viele der nicht daran interessierten Kämpfer hatten sich sehr schnell wohl auch aus Frustrationsgründen und wegen der großen Hitze abgerödelt und das erste Bier in der Hand. Hinterher ärgerten wir uns, dass wir nicht zuvor alle nicht Huscarl Interessierten zum Circeln und Linefighting aufgerufen hatten. Wir nahmen am Huscarl Workshop bis zur Einbeziehung des Kopfes teil, dafür hatten wir dann nicht die richtigen Helme dabei und sahen den Jungs nur noch zu. Eine Huscarlschlacht fand leider nicht statt, da zum Ende nur ca. 10 Mann die nötige Ausrüstung dabei hatten. Nach Beendigung des Huscarls waren wir etwas frustriert, weil wir gern noch mehr (auch nach Codex Belli) trainiert hätten. Wir konnten dann wenigstens Michael von den Harriern (die Österreicher vom Hausberg Training) motivieren noch ein wenig mit uns zu kämpfen, bis wir alle 3 keine Lust mehr hatten.

Die Taverne ,direkt am Schlachtfeld liegend, verkaufte fast zum Selbstkostenpreis (0,5l Bier 1 EUR – 1,50 EUR ) das gesamte Wochenende ihre Getränke. Während wir ein kühles Bierchen tranken, wurde die „lange Tafel“ aufgebaut. Jede Gruppe trug Tafeln und Bänke auf das Schlachtfeld und trug ihre gekochten Speisen auf. Ein jeder konnte nun mit seinem Schüsselchen herumgehen und sich überall bedienen und alles essen, was er wollte. So kam man ins Gespräch und alle (egal ob HoMi oder FrühMi) saßen an einer langen Tafel. Super Idee !!!
Später landeten wir im Lager der Chemnitzer Wikis zum selbstgemachten Vodkaverkosten und erlebten als spaßige Abendunterhaltung sächselnde Wikis (echt zum totlachen ).

Am Sonntag
… wurden am Vormittag folgende Workshops durchgeführt:

Axt und Daneaxt : Kelle (Einwic)
Ger : Gunnar
Steinschleuderbau und Schießen
Orientalischer Säbel (von den Polen)
Schwerttanz

Stefan entschied sich für den Schwerttanz bei den sächsischen Wikingern, ich machte bei Kelle einen Axtworkshop. Dann sahen wir noch ein wenig den Polen mit dem orientalischen Säbelworkshop zu. Nach dem Mittag ging es in zwei Gruppen in den Wald für einige Stunden. Dieser war teilweise so dicht, dass man erst kurz vorher erkennen konnte, woher und in welchem Aufbau/Formation der Feind kommt. Auch im Wald gab es wieder einen Linekommandeur für jede Seite und Sektionskommandeure. Das gesamte Führungskommando wurde jeweils nach 3 Durchgängen ausgetauscht und auch Neulinge erhielten die Chance sich als Kommandeur auszuprobieren, wenn sie es wollten. Alle sollten ohne Diskussion genau das Ausführen, was der Kommandeur befahl, selbst wenn es taktisch falsch sein sollte, ein jeder sollte durch seine eigenen Fehler lernen.

Leider nutzen nur wenige die Chance sich auszuprobieren. Ich selbst wollte eigentlich nur mal das Center anführen, bekam dann aber vom grinsenden Kelle die gesamte Line übergeholfen. Das war mal eine interessante Erfahrung, vor allem weil man überall seine Augen haben musste und die Menge der eigenen Kämpfer effektiv gegen einen unvorhersehbar angreifenden Feind einsetzen musste, mit den Sektionskommandeuren die entsprechenden Taktiken absprechen + umsetzen und flexibel bei Änderung des Feindbildes reagieren + umstrukturieren mußte. Die Line arbeitete super, ein jeder in ihr meldete sofort laut die Anzahl, die Richtung und Formation jedes Feindes, sobald er irgendwo auftauchte. Niemand ging allein auf einen einzelnen Feind, es wurde laut kommuniziert und zusammengearbeitet. So sollte eine Line funktionieren, damit es Spaß macht.

Der Waldkampf wurde beendet und noch einige Lines auf dem Kampfplatz angesetzt. Bis sich immer mehr Kämpfer wegen des Abbaus abmeldeten. Zum Ende gab es einige Cirkel, bis wir nur noch zu dritt übrig waren. Alle Teilnehmer des Lagers versammelten sich dann noch mal, es gab eine große Verabschiedung, für den Opi und mich einen halben Liter kühle Cola auf dem staubigen Schlachtfeld, dann essen, packen, Verabschiedungs- runde und ab auf die Autobahn.

Das Programm im Überblick:
Freitag:
21.00 Ablaufbesprechung mit den Chef's aller Gruppen
Samstag
09.30 - Versammeln aller Teilnehmer, (Kämpfer in Rüstung)
09.45 - Eröffnung
10.00 - Linetraining (teilweise mit Pferden)
- Gruppeneinteilung
- Waffenabnahme
- Handwerkerworkshops
- Brettchenweben
- Lederarbeiten
- Nadelbinding
- Glasperlenherstellung
- Seidenmalerei ??
- Wildkräuterkurs
- mittelalterliches Kochen
- Stabschleuderbau

13.00 - Mittag bis 14.00

14.00 - Schlacht bis 15.30
- Weiterführung der Handwerkerworkshops
15.30 - Training mit erweiteter Trefferzone
Einführung ins Huscarl für Interessierte
siehe Forum
für alle anderen Circeltaining oder Workshop, je nach Bedarf
17.30 - Schlacht mit erweiteter Trefferzone
18.00 - Versammeln aller Teilnehmer
18.30 - Vorb. Grosse Tafel / Aufbau der Tafel
19.00 - Grosse Tafel, das grosse Fressen beginnt
Sonntag
08.00 - allgemeines Wecken, Waldlauf
09.45 - Versammeln aller Teilnehmer, (Kämpfer in Rüstung)
10.00 - Eröffnung
10.15 - Mittelalterflohmarkt
10.30 - Kampfworkshops bzw. Gruppenkampf (incl. Waffenkontrolle)
- Axt
- Ger/Lanze - Ger/Sax
- orientalischer Säbel
10.30 - Handwerkerworkshops
- Weiterführung der Handwerkerworkshops
12.00 - Waldkampf für alle Kämpfer
- Bogentunier
15.45 - Versammeln aller Teilnehmer,
16.00 - Ende des Heerbann 2009, Lagerabbau für die packen müssen, für alle die vor Ort bleiben, gibts ein Bier


Allgemein:
Das Lager wurde hervorragend von Odo (Templer Berlin) und einigen anderen Berliner Truppen organisiert und durchgeführt. Die Kämpfer kamen von den umliegenden Bundesländern, Polen und Österreich. Bekannte Gesichter von Einwic, Schildwall, Solheim Sippe, Harier (Graz, Östereich, Richi und Mich), Gungnirs Snata (Morten und Skotr) aus Linz, Ebersippe, und viele andere waren anwesend, sowie auch einige viel versprechende ziemlich neue Wikigruppen aus den neuen Bundesländern. Die Händler hatten keine Standgebühr zu bezahlen, sondern ebenso nur 5 EUR für Wasser und Holz. Dixies waren ausreichend vorhanden. Ein Badezuber mit entsprechendem Zelt wurde am Samstag aufgebaut. Die Idee der großen Tafel brachte in meinen Augen die sonst eher kaum miteinander verkehrenden Frü-und HoMi`s zueinander. Leider gab es wie überall einige Egoshooter auf Seiten der Frühmi`s, die weder bereit waren auf Seiten der HoMi`s zu kämpfen oder ihnen mal etwas zu zeigen und letztendlich noch unqualifizierte Sprüche brachten, wenn sie die HoMiLine überrannten. Die Gastfreundschaft der Templer war vorbildlich. Wie oft sieht man eigentlich einen HoMi als Gast im Lager der FrüMi`s?*grübel

Für Stefan und mich hat sich die weite Anfahrt 100% gelohnt, es wurden lustige Geschichten neu geschrieben, wir hatten viel Spaß beim Training und trafen neue und alte Leute . Den Mittelalterflohmarkt, auf dem man seine eigenen gebrauchten Sachen verkaufen konnte, haben wir leider durchs Kämpfen verpaßt.

Für das kommende Jahr steht der Heerbann Berlin - Brandenburg definitiv auf meiner Terminliste. Vielleicht sind ein paar andere von Euch im dann auch dabei.

Hier noch einige Links:

www.heerbann.de

Autor: Daaraa aka Yvonne Roßdeutscher (Halsingarna - SE, GER)

 

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