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7-8 August 2010 - 16. Ritterspiele @ Burg Herzberg (GER) - 2. Bericht | Drucken |  E-Mail

Und also begaben wir uns auf den langen Weg nach Norden, um ein zweites Mal dort zu lagern, wo wir schon im vergangenen Jahr so viel Schönes erlebt hatten.

Keine Märchen, back to future!
Herzberg ist ein fester Programm-Punkt in unserem Kalender und wird es auch bleiben. Gründe gibt es genug dafür, angefangen von einer (beinahe) allgegenwärtigen Orga, bis hin zu einer gesunden Mischung aus guten und weniger guten Darstellungen. Wir sind uns ja im Klaren, dass reines Museum kein Geld einbringt.

Die ersten Contingentler kamen schon am Freitag, um beim Aufbau zu helfen, und einige reisten auch am Samstag und Sonntag an. Wir trafen am Montagnachmittag ein, bauten auf und genossen erst einmal eine ruhige Woche mit Gleichgesinnten. Schön, dass Uhls unablässiges Reden bezüglich der Anachronismen langsam Wirkung zeigt und wirklich fast nichts mehr im Lager herumstand, was das Franco-Flamen-Auge beleidigen könnte. Ab Mittwoch setzte dann ein reger Zustrom an Akteuren ein, was dem Lager ein wenig die idyllische Ruhe nahm. Die schnell wachsende Anzahl an Kindern lässt für die Zukunft des FFC hoffen, sofern sie nicht von rasenden Autos wieder dezimiert werden. Vielleicht sollten sich die Leute ein bisserl besser an Regeln und die geforderte Schrittgeschwindigkeit halten, zumal die nasse Wiese ziemlich rutschig war.

Der Donnerstag-Abend gipfelte im Südamerika-Reenactment und einer genialen Caipi-Party. Ausnahmsweise hatte der Uhl mal nichts gegen Plastikbecher einzuwenden.

Der Samstag erfuhr mit der Änderung der Schlacht-Orga ein Novum – nach dem Ausschluss letztes Jahr durfte/sollte das FFC heuer die Organisation der Schlacht übernehmen. Soweit ich als Trossi das beurteilen kann, ist ihnen das auch gut gelungen. Natürlich gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, es ist keiner als Profi geboren. Aber Gawan und Stefan haben ihre Sache als Moderatoren für’s erste Mal gut gemacht. Einzelheiten wie die „Brückenspringer“-Aktion kommen immer wieder mal vor und stellen die Schutzengel vor eine größere Aufgabe. Aber gerade die improvisierten Teile der „Schlacht“ haben auch für den Zuschauer ihre Reize, und so freuen wir uns, dass nichts Schlimmes passiert ist. Protestaktionen gibt es überall, ob aus Opportunismus oder berechtigt. Die Art, mit der ihr hier begegnet wurde, nahm den Wind aus den Segeln und zeigte die Souveränität der Orga. Ich habe die Schlacht nur am Sonntag mitverfolgen können, und da sah alles gut aus. Von anderen VAs kenn ich sog. „Schlachten“ mit 15 Mann auf jeder Seite! Da war hier unter den Burgmauern wesentlich mehr auf den Beinen. Die neu errichtete Mine erntete viel Bewunderung. Die Mineure wuchsen über sich hinaus – Holger als hinkendes Schlamm-Monster war eine Augenweide! Eine Einführung in die Szenerie vor Beginn der Handlungen oder unmittelbar begleitend wäre für den normalen Besucher hilfreich. Die Aufmerksamkeit könnte direkt auf die Akteure gelenkt werden.

Die Fieranten-Auswahl war in Ordnung – kein Billigkrempel dabei, und für die Darsteller gute Einkaufsmöglichkeiten (leider, wenn ich an meinen Geldbeutel denke). Unsere Mädels haben bemängelt, dass es kein Mitmach-Handwerk gab. Letztes Jahr war, glaub ich, ein Kerzenzieher da. Vielleicht könnte das den Marktwert noch steigern (ich weiß von einer Mitmach-Schmiede, einem Löffelschnitzer, einem Drechsler und anderen, die das Publikum einspannen).

Ein Punkt, der auf vielen Märkten meist negativ auffällt, ist die Musik. Muss denn wirklich zwei Tage lang Corvus-Corax-Verschnitt georgelt werden? Diese Musik kommt an, klar. Aber diejenigen, die dort lagern, hören zwei Tage lang immer dasselbe. Wie wäre es mit verschiedenen Stilrichtungen, die sich (halb-)tageweise abwechseln? Auch tiefgründigere Musik wie z. B. von Faun, oder Spelunkenlieder oder authentischere Musik (z.B. von Musica Vulgaris) haben ihre Anhänger!

Viel diskutiert wurde der „Platz-Beitrag“ von 7 €, jedoch nicht beim FFC. Wir Darsteller ermöglichen dem Veranstalter ja erst seine Veranstaltung, wir bekommen nicht einmal Gage. Aber: Wo sonst kann ich eine Woche vorher schon lagern, habe Toiletten und Stroh vor Ort und kann meinen Müll direkt entsorgen? Aus Sicht des Veranstalters würde die Bereitstellung der Infrastruktur am Freitag Abend auch reichen. Mir ist es das wert. Aber vielleicht springt ja aus diesen Einnahmen mal ein „Dankeschön-Mede“ raus?

Alles in allem war Herzberg wieder schön und das FFC-Lager war das Schönste! Viele vertraute Gesichter, aber auch neue. Neue Bekanntschaften und für mich einige Einsichten, die ich hoffentlich in „Wilhaim 1010“ verwerten kann. Danke an die Orga, dass Ihr das alles auf Euch nehmt! Und das mit dem Toilettenpapier bekommt Ihr auch noch hin, und dann reicht‘s auch für die, die Ihren Sch… unqualifiziert zum Besten geben müssen…


Autor: Cutani (FFC - GER)

 

Kommentare  

 
0 # 2010-10-14 10:21
Hey schön, einen Zufriedenen Menschen zu hören, uns das du auch die Positiven Seiten des Marktes aufzählst.
Mit der Musik kann ich dir nur Beipflichten, 2 Tage Dudelsack sind echt nervig.
Dass die 7€ für eine ganze Woche ohne Publikum ok sind sehe ich ein, aber ich hab mir den Arsch aufgerissen, um von Freitag bis Sonntag da zu sein und muss dann dafür dass ich 2 Tage das Publikum beschäftige/bespaße auch noch zahlen... das geht nicht. Soll der Veranstalter für die Wochenbesucher eben 7€ nehmen, das ist ok, das hat ja auch mehr was wie Urlaub...
Besten Gruß
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0 # Thormar RedWall 2010-10-14 23:14
Ich hätte da mal ein kleines Rechenbeispiel!
Lasst doch mal die Zahlen auf euch wirken!!

1000 Besucher x 6 € Eintritt = 6000 €
Standgebühren der Händler 50 Händler im Durchschnitt pro Tag 150 € = 7500 €
Lagergebühren der Darsteller =
Sonstige Einnahmen == rechne selber
Ergebnis mindestens 15.000€ pro Tag

Abzüglich Platzgebühr / Wasser / Strom / ggf Showprogramm von Dritten / Darstellungen von Dritten / Unkosten eigens Personal

Die Faustregel heißt : Der SA geht für die Unkosten drauf. Spätestens So Mittag ist alles reiner Gewinn.

Ein Markttermin mit Sonnenschein ist wie Geld drucken im Keller.

Diese Rechnung hat ein guter Bekannter von mir aufgetan und ich wollte euch diese nicht vorenthalten!
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0 # hoagie 2010-10-15 09:31
Naja, ganz so einfach ists dann doch nicht, damit 1000 Leute kommen musst du schon ein bisschen was bieten, und vor allem dass du 50 Händler bekommst ( wenn du denen nur 1000 Besucher versprichst bekommst die auch net). Kenne in AT nur wenige Märkte wo es 50 Händler gibt. Dann brauchst noch irgendein Showprogramm, Sanitäranlagen, Security, Werbung, Rettung, Polizei, Müll, usw, usw, da ist dein Geld gaaaanz schön schnell mal weg. Wenn du dann auch mal einen Regentag hast, ists vorbei mit dem Gelddrucken ;)
think about it
so long
Hoagie
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0 # Michael Wegleitner 2010-10-15 09:38
jo da bin ich eher auf hoagies seite.. hab lange und oft und viel konzerte georgat... da kann ab und an ALLES bestens sein, und es geht dennoch daneben...
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0 # Martin 2010-10-15 12:09
jou, 1000 besucher ist aber auch mal tiefgestapelt für Herzberg... wobei die Rechnung von Thormar definitiv noch einige Lücken aufweist, wie Hoagie richtig festgestellt hat.

dennoch kann ich den Frust verstehen, der vor allem im anderen Bericht und in einigen Kommentaren deutlich wird.

Ich hoffe die allgemeine Entwicklung geht eher dahin, wie es auf der Sababurg grad läuft...

Gruß
Martin
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0 # Michael Wegleitner 2010-10-15 12:13
und wie läuft es da? bericht?

Adventon war auch super... lagern, holz, heu, ESSEN, WC ALLES frei, nur für die dusche musste man 1e zahlen.. leicht verschmerzbar!
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0 # Thormar RedWall 2010-10-15 13:07
Ich wollte nur mal zur Diskussion anregen!
Das die Zahlen ein bissl aus der Luft gegriffen sind. Ist schon klar.
Aber jeder sollte mal etwas darüber nachdenken für wen solche Veranstaltungen gemacht werden!
Für die " Touris" !!
Bei internen Sachen wie z.B. Heerbann B/B o.ä. bin ich gern bereit eine Teilnahmegebühr zu entrichten!
Da ist meines Erachtens eine gewisse Zweckmässigkeit vorhanden.
Sicherlich spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle ( Besucher,Wetter )
Jeder Veranstalter muss wissen worauf er sich einlässt.

lg Thormar
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