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Von Köln aus brauchten wir auf der Hinfahrt gute 7 Stunden, wobei wir schon die erste große Herausforderung zu meistern hatten. Wir fuhren um 3 Uhr los und gegen 7 Uhr überkam uns der Hunger und was ein richtiger Krieger ist, der braucht Fleisch! Wir mussten insgesamt 4 Raststätten und/oder Autohöfe anfahren, bis sich endlich ein Burger King bequemte zu öffnen. Gut gestärkt rissen wir die letzten paar hundert Kilometer auf einer Pobacke ab.
In Schleswig angekommen erwartete uns eine große Wiese auf einem Kasernengelände. Die großen Backsteingebäude trübten das Bild etwas, aber der direkte Zugang zur Schlei konnte einiges wettmachen. Einzig der Bagger störte noch etwas, aber der verschwand dann auch bald und so konnten wir in Ruhe aufbauen und den langsam anreisenden Händlern beim Aufbau zuschauen.
Nachdem wir den Abend in gemütlicher Runde hatten ausklingen lassen, begann am Freitag der erste Markttag. Markteröffnung war um 15:00 Uhr und zu diesem Zeitpunkt hatten wir den ersten Auftritt in der Kampfarena. Viel war ja nicht los, alles in allem waren wir 20 Kämpfer. 10 davon stammten aus unserem Lager gestellt vom FHC, Ulvenrugin und den Fuldarern (Anja, David und Co. [hier bitte korrekten Gruppennamen eintragen]). Der Rest kam von der Solheimsippe, der Nordlandsippe und einigen Einzelpersonen, deren Gruppenzugehörigkeit mir unbekannt ist (Tut mir leid Jungs!). Für eine der größten Wikingerveranstaltungen Europas war das leider etwas wenig. Lange Rede kurzer Sinn, um 15:00 Uhr war also unser erster Auftritt in der Kampfarena, die durchaus ausreichend groß bemessen war. Wir durften tun was wir wollten und hatten dafür 30 Minuten. Also entschlossen wir uns, unter Ansgars (Ulvenrugin) Moderation, dazu uns im Kreis warm zu kämpfen, anschließend ein Linienaufbauspiel zu machen. Dann noch ein paar richtige Linienfights auszutragen und anschließend einen Circle of Honor. Gekämpft wurde immer nach dem Codex Belli, zuerst mit der erweiterten Trefferzone Kopf, später entschieden wir uns dafür diesen herauszulassen, da die Zuschauer auch so schon genug Mühe hatten dem Geschehen zu folgen. Zu guter Letzt gab es noch eine kleine Einlage der „Ansgar und Tobi [Schildwerkstatt & FHC]“ Show. Beide besorgten es sich ordentlich, was gemäß der Absprache im zu Tobis Tod führte. Im Verlaufe des Wochenendes wurde der Tod immer brutaler und zu guter Letzt mit Kunstblut, dass Tobi spuckte verfeinert. Diese Darbietung gab es am Wochenende pro Tag zweimal. Jeweils einmal um die Mittagszeit und einmal kurz vor Marktschluss. Ich habe das gerne als die Kür bezeichnet, denn die Pflicht war der Auftritt dazwischen. Der Programmpunkt hieß „die große Waffenkunde“ und beinhaltete zuerst eine ausführliche Erklärung der typischen Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die die Wikinger damals so mit sich geschleppt haben, wenn sie kein Hartz IV beantragen wollten. Diesen tollen Gag brachte der Moderator bei jeder „großen Waffenkunde!“ Anschließend wurde eine „Island-Saga“ aufgeführt, bei der dann wieder wir ins Spiel kamen. Diese Sage handelt von zwei Kriegern. Der eine hat dem anderen seinen (!) Teddy geklaut und nun soll der Teddy zurückerobert werden. Zuerst hauen die beiden Laiendarsteller etwas aufeinander ein und beschimpfen sich, dann kommt ein Schlichter hinzu und versucht die Streithähne ohne Blutvergießen zu trennen, indem er sie einen (!) Eierlauf machen lässt. Nach langem hin und her töten sich die beiden Kerle und so dürfen wir endlich kämpfen. Zwei Clashes werden ohne Verluste durchgeführt und beim dritten Clash hat jeder zwei Trefferpunkte, wobei es einen unsterblichen Kämpfer gibt, der den Teddy letztendlich zurückerobert. Dieser kühne Kämpfer wird zum Schluss von seiner Tochter mit einem Besen aus der Arena geprügelt. Also eindeutig auf ein Publikum mit kindlichem Gemüt ausgelegt, viel Spaß hatten wir als Akteure dabei nicht. Zumindest bestätigten mir das die Leute mit denen ich darüber geredet habe. Der Hauptgrund war eigentlich, dass wir komplett aufgerödelt über eine halbe Stunde herumstehen mussten, dann 5 Minuten kämpfen durften und dann war schon wieder alles vorbei. Dazu kommt noch, dass zwischen den drei Auftritten pro Tag nur 1,5 – 2 Stunden Zeit waren, was eindeutig zu kurz ist, um sich komplett aus seiner Rüstung zu schälen, sich zu waschen und dann wieder in den noch feuchten Gambi zu schlüpfen. Aber es war auch lang genug, dass man eigentlich hätte etwas unternehmen können, zum Beispiel mal einen Spaziergang über den Markt machen oder so. Was ich mich in den drei Tagen nur einmal getraut habe.
Der Markt an sich war zwar recht klein aber sehr schön. Viele Händler mit tollen Waren, aber leider etwas ungünstig ausgesucht, so gab es beispielsweise 3 Bogenbauer im gehobenen Qualitäts- und Preissegment. Die obligatorischen Holzschwerter bekam man auch an jeder Ecke nachgeschmissen. Es gab auch einige schöne Brettchenwebereien zu bestaunen, davon sind mir zwei ins Auge gefallen. Positiv war allerdings, dass die Stände, in zwei Kategorien aufgeteilt waren, einmal die wirklichen Mittelalterleute, die im hinteren, und bedeutend größeren, Teil des Geländes, dem so genannten Wikingerdorf platziert wurden und die „Touri-Stände“, Pommesbuden und Eisverkäufer weiter vorne standen. So dass man sich erst durch diverse Fressbuden und Souvenirstände kämpfen musste, um den eigentlichen Mittelaltermarkt zu erreichen. Eine solche Trennung führt in meinen Augen zu einer besseren Atmosphäre und machten den Anblick stimmiger. Die Versorgung war im Übrigen auch sehr gut, man bekam für 3 €uro pro Tag und Person ein ausgiebiges Frühstück. Brötchen so viel mal essen konnte, mit einer durchaus annehmbaren Wurst, Käse und Marmeladenauswahl. Dazu Kaffee, Tee, Milch und O-Saft. So gestärkt konnte man gut in den Tag starten und so manche nervige Tourifrage oder Kommentar besser verkraften.
Alles in allem kann man sagen, der Markt ist durchaus schön, aber mit einer kämpferfreundlicheren Organisation und einer größeren Vielfalt, was die Händler angeht könnte man die Wikingertage durchaus zu einer lohnenswerten Veranstaltung machen. So lohnt sich die teilweise weite Anreise nur für diejenigen wirklich, die entweder von einer Veranstaltung aus Dänemark kommen, oder anschließend nach Wacken fahren wollen.
Hier noch ein Video zur visuellen Beglückung: http://www.youtube.com/watch?v=f4misCl8Sgo
So long Autor: Toroc , Freier Haufe Coeln (www.freier-haufe.de)
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Kommentare
genau so soll ein artikel für RS sein, wenns scheisse/nicht so gut/etwas widrig oder auch wunderbar/ausgezeichnet, vorbildlich, einfach genial war dann soll das auch genau da so stehen!!!!
sollen ja alle wissen ob es sich auszahlt oder net!!!
das mit der Island Saga hab ich genau so schon mal erlebt, war in Lütjenburg auf der Turmhügelburg. Dort hat das die Schlechte/wilde Saat aufgeführt!
fanden aber nicht nur die kleinen lustig, als darsteller (der selber schon so sachen machen durfte) ist das aber immer, gäähn!
danke nochmal nach Köln!
Das mit dem Teddy hielt ich anfangs für einen Scherz, aber das Video beweist das Gegenteil. Etwas...ähm, gewöhnungsbedür ftig
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