Rundschild.com

Das Portal für FMA Freikampf

8-9 Mai 2010 - 1. ALLS WARI DAGS – Kriegerwettstreit (GER) | Drucken |  E-Mail

Mit Sicherheit keine leichte Aufgabe! Wirtschaftlichkeit und Spaß miteinander zu verbinden ist an sich schon schwierig genug, darüber hinaus dann aber auch noch wirklich innovativ und trotzdem anspruchsvoll zu sein, ist eine Hürde, an der schon Andere vor uns gescheitert sind. Am Beispiel vergleichbarer Museumsdörfer ist zu erkennen, dass der reine Museumsbetrieb in der Regel nicht in der Lage ist, ein solches Projekt finanziell über Wasser zu halten. Um nicht gänzlich von Spenden abhängig zu sein, entschlossen wir uns daher unter anderem dazu, in Zukunft eine Reihe von festen Veranstaltungen im Dorf durchzuführen, zeitlich an den großen germanischen Jahresfesten orientiert und jeweils speziell thematisiert.

Da ein Großteil der männlichen Mitglieder des Semnonenbundes erwartungsgemäß „Schwertkampf"-begeistert und darüber hinaus in den Kriegerbünden Tiuwari und/oder Tiuteiwa organisiert ist, schien es naheliegend, zumindest ein Event mit Ausrichtung FMA-Freikampf zu organisieren.

Besonders im Tiuteiwa-Umfeld versucht man seit längerem, eine weitere Optimierung des so genannten Schwertkampfes zugunsten eines noch realistischeren, aber auch sportlich anspruchsvolleren Kampfverlaufes voranzutreiben. Zu diesem Zweck nahmen wir sogar Abstriche bezüglich unserer Darstellung in Kauf, die normalerweise in Eisenzeit und Kaiserzeit angesiedelt ist und kombinierten unsere Ausrüstung mit völkerwanderungs- und wendelzeitlicher Schutzausrüstung.

Kurzum, es war also der Anspruch eine möglichst innovative Veranstaltung auszurichten, der uns die Möglichkeit gab unsere Vorstellungen von einem Wettbewerb in historischer Kampfkunst umzusetzen und diese Ideen mit anderen zu teilen.

ALLS WARI DAGS (germ. etwa „aller Krieger Tag") sollte keinesfalls nur noch ein weiteres „Schwertkampflager" mit Workshops und Schlacht sein, sondern nach historischem Vorbild (siehe Homepage) als „Wettstreit in bewaffneter Kampfkunst" durchgeführt werden, in dem alle klassischen Waffen und Waffenkombinationen des antiken bis frühmittelalterlichen Europa gegeneinander antreten und sich aneinander messen können.

Ein eigens für diesen Wettkampf erstelltes Regelwerk soll einerseits den sportlichen Anspruch des frühmittelalterlichen Freikampf weiter steigern helfen und andererseits, wie gesagt, den Kampfverlauf in den Disziplinen noch realistischer zu gestalten, soweit die jeweilige Darstellung und vor allem die Sicherheit der Teilnehmer es zulassen.

Nähere Informationen zu Veranstaltung, Hintergrund und Regelwerk erhaltet ihr unter www.alls-wari-dags.de

Hier ein kurzer Rückblick:

Am Wochenende vom 08.05.-09.05. fand parallel zum 2. Maifest, seit der Landnahme-Feier 2009, der 1. ALLS WARI DAGS - Kriegerwettstreit statt. Da bei einer solchen Premiere zunächst mit keiner übermäßigen Teilnahme zu rechnen war, wurde dieser Wettbewerb auch in einem überschaubaren Rahmen durchgeführt.

Entsprechend wurden die angebotenen Disziplinen an diesem Wochenende auf drei beschränkt. Außer dem Wettkampf im traditionellen Bogenschießen, dessen Wettbewerbsregeln weitgehend dem Regelwerk des modernen Bogensport-Wettkampfes entsprachen, traten ca. 30 Kämpfer verschiedener Gruppen in den Disziplinen Zweikampf (nach Regelwerk Tiuwari) und Brückenkampf (nach Regelwerk Tiuwari) gegeneinander an.

image002 image003Neben den „Tius" waren unter anderem Mitglieder der Gruppen Einwic, Vit Vargulf, Sleipnir-Sippe, Skogenwakt, Freystatt, Vandalen-Wölfe, usw. vertreten.

Die früheste Darstellung, als Germanen der vorrömischen Eisenzeit, präsentierten einige Tiuwari-Krieger, die  zeitlich  jüngste Periode, das Frühmittelalter, war u.a. durch die Normannen-Darsteller von Freystatt vertreten.

Nach dem Aufbau, am Freitagabend, lud der Semnonenbund zu Schwein vom Spieß, sowie jeder Menge Met und Bier um die Teilnehmer willkommen zu heißen und das Wochenende angemessen einzuleiten.

Als am Samstag um 10.00 der offizielle Teil der Veranstaltung begann, versammelten sich die Krieger zum Training.  Die ersten Gäste hatten sich schon  im Lager eingefunden und schlenderten an den Ständen der Händler und Garküchen vorbei. Das Lager füllte sich zusehends und während die ganz Kleinen in der Strohburg spielten, sich individuelle Kriegsbemalungen anfertigen ließen oder auf eigene Faust den Brückenkampf trainierten, ließen es sich die Eltern bei Met, Bier und Wildschwein vom Spieß gut gehen, verfolgten das Training und kürten schon mal im Vorfeld den einen oder anderen Favoriten.

image004

Als das Training, bestehend aus Circle-, Group- und abschließenden Linefights um 12.00 beendet war, versammelten sich einige Interessierte, um am „Reiterworkshop" teilzunehmen. Dieses Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. Da der Name etwas irreführend ist, weil er vornehmlich für Fußkämpfer ausgerichtet wird, muss die Idee hinter diesem Workshop hier kurz erklärt werden: Pferde spielten von jeher eine eminent wichtige Rolle in der Schlacht und gehören ebenso untrennbar zum frühmittelalterlichen Gefecht, wie Schwert und Schild. Will man also beispielsweise eine Schlacht der Völkerwanderungszeit authentisch darstellen, kommt man um den Einsatz berittener Kräfte nicht herum.

Dieser so genannte Reiterworkshop soll nun einerseits der „Infanterie" die Möglichkeit geben, sich an den Umgang und die Zusammenarbeit mit Pferd und Reiter in der Darstellung zu gewöhnen, sowie andererseits Reiter und Pferd eine Trainingsmöglichkeit bieten.

Um 14.00 begann der Wettbewerb im Zweikampf nach Regelwerk-Tiuwari (nachzulesen unter Regelwerk-Tiuwari). Da das Regelwerk für diese Disziplin zwei erfahrene Kampfrichter vorschreibt um das Geschehen so objektiv wie möglich bewerten zu können, erklärten sich Wolle und Sven, den meisten als „Tiuteiwa-König" bekannt, bereit diese Aufgabe zu übernehmen. Ich kann an dieser Stelle versichern, dass es kein geringes Opfer zu bringen ist, sich an einem solchen Kräftemessen nicht beteiligen zu können, denn auch meine Wenigkeit war aus organisatorischen Gründen leider vom Wettkampf ausgeschlossen.

image005

image006Trotzdem befanden sich immer noch viele erfahrene Kämpfer am Start. Versierte Techniker standen beinharten Vollkontaktlern gegenüber, die unterschiedlichsten Waffenkombinationen kamen zum Einsatz und auch die Kampfrichter gaben alles. Sie ließen es sich nicht nehmen, im Zweifelsfall auch nur halbe Punkte zu vergeben oder auch Punkte abzuziehen für diverse Regelverstöße - jeder Treffer wurde gesehen und gewertet, jedes Foul geahndet.

Nach mehrstündigem Ringen stand der Sieger dann fest: Lokeric Lohky Fjaedersson von der Sleipnir-Sippe, vielen bekannt als Inhaber des „Lederturm" in Berlin/Pankow gewann diesen Wettkampf verdient und setzte sich gegen eine in jeder Hinsicht harte Konkurrenz durch.

 

image007_001 image008

Sein Sieg widerlegt eindrucksvoll die These einiger Kritiker, welche im Vorfeld des Wettbewerbs dessen sportlichen Wert bezweifelt und aufgrund des gesteigerten Härtegrades eine Benachteiligung  der Techniker prognostiziert haben. Der Sieger den man durchaus als technisch und präzise kämpfenden „Allrounder" bezeichnen könnte, hat bewiesen, dass mit Konzentration und Können auch schwere Brocken aus dem Weg geräumt werden können.

image009

Bei der anschließenden Siegerehrung nahm er verdienter Maßen den Preis entgegen: ein liebevoll gearbeitetes Damast-Schwert auf einem Wandhalter in Form eines semnonischen Schildes, welcher in Anlehnung an den Ort und die Veranstalter bewusst zum Symbol des Wettkampfes gewählt wurde. Gefertigt wurde dieser Preis im Auftrag des Semnonenbundes. Unser Dank dafür geht an Karl, Schmied des S.B. und H. Gotwolf.

 

Im Anschluss fand am späteren Abend, in Zusammenarbeit mit dem Trödelmarkt Nauen und dem Marktschreier eine Verlosung statt. Der 1. Preis war ein großer LCD Fernseher, komplett mit Satellitenreceiver und Satelitenantenne, gestiftet von der Arendt-Insolvenzverwertung Nauen. Weiter wurde z.B. ein Bowlingabend auf der Bowlingbahn - Nauen verlost.  Diese Verlosung, ursprünglich natürlich für die Besucher der Veranstaltung gedacht, wurde von den Sponsoren auf die Teilnehmer des AWD und die Lagerleute allgemein ausgeweitet. Mehr als zwanzig Potentielle Gewinner wurden nach dem Lose ziehen ermittelt, die in Folge um einen Einzug ins Finale kämpfen mussten und zwar in Disziplinen, die zuvor von uns festgelegt wurden, z.B. Bogenschießen, Axtwurf oder Lanzen-balancieren, was zu dem Ergebnis führte, dass fast alle Preise von „unseren Leuten" gewonnen wurden ;-) Den Fernseher z.B. nahm Rollo (Einwic) mit nach Hause.

Als der offizielle Teil am Samstag beendet war, wurde wieder hemmungslos gefeiert.

Wenn man bedenkt, dass am Sonntag-Morgen immer noch einige Teilnehmer des AWD in der Kinder-Strohburg ihren Rausch ausschliefen, scheint es einigermaßen erstaunlich, dass trotzdem alle an den folgenden Wettkämpfen Bogenschießen und Brückenkampf nach Regelwerk Tiuwari teilnahmen.

image010

Der Ablauf wurde kurzfristig geändert und der Wettkampf im Bogenschießen vorgezogen. Bei bestem Wetter traten 10-15 Teilnehmer gegeneinander an und auch hier ereignete sich eine Überraschung mit der niemand gerechnet hatte: Keiner der potentiellen Favoriten belegte den ersten Platz, sondern ein „Szene-Neuling" (reenactmentmäßig versteht sich) namens Tino Piller!

image011

Beim darauffolgenden Brückenkampf, konnte die lt. Regelwerk vorgeschriebene Mannschaftsstärke von min. 5 - max. 10 Kämpfern leider von kaum einer Gruppe erreicht werden.

image012

 

Die Mannschaften wurden gemixt und traten gegen die „United Armies of Tiu" an. Diese verteidigten die Brücke erwartungsgemäß ungeschlagen und blieben damit automatisch im Besitz des von ihnen selbst gestifteten Wanderpokals. Dieser, besteht aus einem klassischen germanischen Sechseck-Schild mit Stangenschildbuckel, wie er zur Kaiserzeit Verwendung gefunden hat. Dieser Schild wird von uns ein Jahr lang als Zeichen unseres Sieges mit uns von Lager zu Lager mitgeführt und dort als Ansporn für künftige Herausforderer zur Schau gestellt. Im Nächsten Jahr wechselt er dann eventuell den Besitzer.

image013

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, welche hoffentlich im nächsten Jahr noch besser frequentiert werden wird.

Abschließend bleibt noch zu Protokoll zu geben, dass im Anschluss ans AWD endlich das GANNAHALL-Schild von uns aufgestellt wurde, das auf die beginnenden Bauarbeiten in diesem Jahr hinweist.

image014

P.S.: Unser besonderer Dank geht an die Vandalen-Wölfe, die uns auch in diesem Jahr, sowohl im Vorfeld, als auch im Verlauf der Veranstaltung tatkräftig unterstützt haben!!!

 

 

 

Kommentare  

 
0 # Bodvarson 2010-06-17 08:26
Schöne Sache! Das halte ich mir nächstes Jahr frei.
Antworten | Antworten mit Zität | Zitieren
 
 
0 # Michael Wegleitner 2010-06-17 10:37
ja das haben wir auch vor.... ich hoffe es geht sich aus!!!
Antworten | Antworten mit Zität | Zitieren
 
 
0 # Martin Gerstbauer 2010-06-17 22:35
Soooo kurz war ich davor rauf zu fahren.....Bela und Pyro haben am Heerbann nicht locker gelassen, aber am Mittwoch vor den alls wari dags wär ich dann nur mehr alleine gewesen. Bissl weit zum fahren....
Nächstes Jahr möchte ich aber wirklich dabei sein!
Antworten | Antworten mit Zität | Zitieren
 
 
0 # 2012-02-21 16:43
Oo, nicht aktuell.
Antworten | Antworten mit Zität | Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

 
Joomla 1.5 Templates by Joomlashack