Berlin – Brandenburg (ehem. Semnonenmark) / Deutschland

Als TIUWARI wurden bei den Semnonen der Römischen Kaiserzeit ausgewählte Krieger bezeichnet. Obwohl keine näheren Informationen überliefert wurden, kann man hinsichtlich der Bedeutung des Namens davon ausgehen, dass es sich um eine Schar oder gar ein Heer von Berufskriegern handelte, die mit dem Schutz (militärisch und/oder rituell) der altehrwürdigen semnonischen Heiligtümer betraut waren, in denen alljährlich die Abgesandten der übrigen suebischen, bzw. irmionischen Stämme zusammenkamen um dort mit religiösen Praktiken ihren Göttern und Ahnen zu huldigen. Eventuell ist in ihnen eine frühe Form des germanischen Kriegeradels zu sehen, wie er sich im Verlauf der Völkerwanderungszeit unter fast allen germanischen Stämmen herausbildete. TIUWARI übersetzt man am besten mit "Gotteskrieger", TIU=Gott, bzw. Vater und WARI=Krieger - ein wirklich seltenes Beispiel für eine germanische Kriegerelite mit augenscheinlich religiösem Hintergrund.

Krieger der Gruppen Tiuwari & Tiuteiva
Seit nunmehr fast 10 Jahren bezeichnen sich die "Schwertkämpfer" des SEMNONENBUND e.V. als TIUWARI. Als eine der ersten Gruppen im Großraum Berlin/Brandenburg boten die TIUWARI ein wöchentliches, offenes Hallentraining während der Wintermonate an. Das heißt, daß auch ohne eine Mitgliedschaft im SEMNONENBUND eine Teilnahme am Training möglich war. Dies ist bis heute so geblieben: TIUWARI ist, wer sich so fühlt!
Aus der Mitte der TIUWARI sind bis heute eine ganze Reihe angesehener Kämpfer der "bewaffneten, historischen Martial Arts" hervorgegangen. Ein Großteil des populären Kampfverbandes TIUTEIVA besteht aus Tiuwari-Kämpfern. In Schlachten kämpfen auch die übrigen TIUWARI inmitten des gut trainierten TIUTEIVA-Schildwalles, bzw. stellen „hunting groups" und Läufer.
Alle gängigen Kombinationen werden trainiert und gekämpft, wobei zukünftig das Hauptaugenmerk verstärkt auf Waffen und Schutzausrüstungen der Germanen zur Römischen Kaiserzeit gelegt wird. Dies gelingt bei den Waffen, Spatha, Kurzschwert, Beil, Frame und Ger relativ gut, immer mehr nähert man sich authentischen Formen und realistischer Qualität in Material und Verarbeitung. Pfeil & Bogen, Dart (Burg. Wurfspeer) oder andere Fernwaffen kommen in der Verwendung bislang leider zu kurz. Die vielgerühmte germanische Kampfweise halbnackt in den Krieg zu ziehen, galt unter den antiken Kriegern sicher als besonders ehrenhaft und war unabhängig von Status und Wohlstand hoch angesehen. Im sportlichen Reenactment-Schwertkampf unserer Tage sollte allerdings, trotz 3mm Schlagkante, ein gewisser Wert auf eine angemessene Schutzausrüstung gelegt werden, da es sonst schon nach einer Saison vorbei sein kann mit der Schwertkampfkarriere. Deshalb findet, wie natürlich bei den historischen Germanen auch, die klassische Schutzausrüstung , bestehend aus Körperpanzerung (z.B. Schuppen- oder Lamellenpanzer aus Leder (auch römisch bzw. sonstig zeitgenössisch beeinflußt), Kettenhemden, Schienbein- und Armschützer usw. Verwendung. Statt mit einem Lederband wird die Kampfhand mit einem Kampfhandschuh geschützt. Da trotz des relativ großen Zeitfensters der Darstellung von TIUWARI (eisenzeitlich bis frühvölkerwanderungszeitlich) die Auswahl an zeitgenössischen Helmformen begrenzt ist, wird im Huscarl (Vollkontakt-Kampf) momentan noch entweder auf relativ zeitnahe oder technisch verwandte Spangen- bzw. „Larvenhelme" zurückgegriffen.

Ort: Nauen/Bln./Brb.-TIUWARI-Deutschland
http://www.semnonenbund.de/
Hagason Gotuolf (Rico Krüger)
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