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13-15 August 2010 - Schlacht in Dürnkrut @ Burg Dürnkrut (AUT)

So, nachdem mich Slinti gebeten hat, einen Bericht zu schreiben um mal aufzuklären, was in Dürnkrut abgegangen ist, werd ich dem mal Folge leisten
Nicht böse sein, wenn es teilweise a bissl bissig geschrieben ist.

Wie ja allgemein bekannt, wurden aufgrund unzureichendem menschlichen Materials zahlreiche Akteure aus der Freikampfszene in Polen, Tschechien und der Slowakei eingeladen.
Es hatten zwar auch Litauer, Ukrainer und Russen zugesagt, welche jedoch aufgrund des langen Anfahrtsweges dann leider absagten.
Wir kamen somit auf eine Gesamtstärke der reinen Kämpfer von ca. 130 Männer und Frauen, mit Bannerträgern, Schildträgern und Absperrposten auf geschätzt 150 Akteure.


Das Reglement war denkbar einfach:
Unterteilung in schwer und leicht gerüstet, sowie Langwaffen, Einhand- und Zweihandkämpfer.
Erlaubt waren alle Waffen, welche den allgemein gängigen Sicherheitsstandards entsprechen, d.h., abgerundet, 2-3mm Schlagkante usw., waffentechnisch war alles von FrühMi bis SpäMi, von Schwert, Sax, Streitaxt, Streitkolben, Morgenstern (der war lustig, der hatte die 3 Metallkugeln mit fettem Schaumstoff eingehüllt) bis Daneaxt, Zweihand-Ger, langer Bardiche und Hellebarden alles vertreten.

Stiche waren strengstens verboten, weiters keine absichtlichen Schläge gegen Gelenke und ungeschützte Stellen. Kopfschläge nicht mit voller Wirkung (und jeder hielt sich dran, sogar unsere Ostfreunde )

Schildstöße und Aktivschildeinsatz, waren ausdrücklich erlaubt, allerdings nur mit der Flachseite des Schildes, d.h. keine Kanten- und Spitzenstöße.

Umstoßen und nieder rennen war ebenfalls erlaubt, passierte aber eigentlich nur gegen Absprache, wegen des Showeffekts.

In Summe kann man sagen, dass sich immer 2 Fraktionen innerhalb der Kämpfenden bildeten.
Österreicher gegen Österreicher und Ostler gegen Ostler.
Wenn man als Österreicher gegen einen Ostler antreten wollte, ging dies nur nach Rücksprache mit dem Kommandanten des Ost-Kontingents im Vorfeld der Schlacht.

Die Rüstungsmoral aller Teilnehmenden war sehr sehr hoch, d.h. keine ungerüsteten Kämpfer, keine modernen Hilfsmittel außer Eierbecher, und kein einziger Verletzter außer einer mit einem blauen Aug, aber der war selbst Schuld, weil er das Visier von seiner Hundsgugel nicht zu hatte und einen Fausthieb von einem Entwaffneten kassiert hat.

Gekämpft wurde nicht auf Treffer sondern bis einem die Puste ausging. Passierte das, so war dies mit hoch über dem Kopf erhobenen Schild und abknien anzuzeigen, oder man legte sich einfach hin und bedeckte sich mit dem Schild (was aufgrund der vielen Pferdescheiße am Feld eher die schlechte Variante war)

Die beiden Scharmützel am ersten Tag verliefen noch relativ zaghaft, was ich der großen Hitze und dem gegenseitigen Abschätzen zuschreibe.
Glücklicherweise hatten es entlang der Arena postierte Wasserträger.

Am zweiten Tag ging es dann aber so richtig zur Sache. Hier wurde dann auch taktiert, mit blockweisem Vorrücken, Flankenmanöver, Zangenangriff, Keile und und und.
Einige Schwerter gingen zu Bruch, was aber aufgrund der Absperrposten keine Problem war, da an den betreffenden Stellen sofort gestoppt wurde um die Trümmer beiseite zu schaffen und was zeigt, dass gute Waffen Gold wert sind.
Gekämpft wurde, auch seitens der Österreicher mit geschätzten 80% bis 100% (das aber eher gegen den Schild).
Natürlich wurde viel Ausrüstung in Mitleidenschaft gezogen.
Ich selbst hab das Schild vom Georg von den Armatis entsorgt (danke Schotte noch mal für deine Axt-Unterweisung )
Meine Axt kommt von diagonal oben rechts, Georg blockt mit dem Schild, ich hol aber nicht noch mal aus, sondern bleib mit der Axt am Schild, gleite über die Schildkante ab und verhake die Axt am Schildrand.
Natürlich entstand dann ein Rumgeziehe, in welchem die Axt als Sieger hervorging und die Unterarmriemen des Schildes den Bach runter gingen.
Das Schild klappte dann auf mich zu, Gegenerschulter frei, Schlag, Treffer

Alles in allem ging es sehr diszipliniert zu und wir kamen vollkommen ohne Rumgezetere und Rumgeweine wegen kaputter Ausrüstung aus.

Die Videos, welche auf Youtube zu sehen sind, sind übrigens vom ersten Tag, erstens aus einer schlechten Perspektive gefilmt und zeigen zweitens nicht ein HoMi-Geplänkel, welche sich an der linken Flanke abspielte.
Wer ein gutes Video haben will darf sich melden, und ich nehm es mit aufs Teuthing, ist allerdings in Full-HD und nur auf BR abspielbar.

Historischer Hintergrund: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_D%C3%BCrnkrut_und_Jedenspeigen

Bildergalerie: http://www.huscarl.at/coppermine/thumbnails.php?album=279

 

Autor: Teutone (Ordo Teutonicus - AUT)

 

Kommentare  

 
0 # Steff 2010-08-26 20:29
hört sich doch garnicht so schlecht an und wirklich bissig finde ich den bericht auch nich .
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0 # Michael Wegleitner 2010-08-27 06:41
ich findn auch net bissig....

abgesehen von dem satz:
"weil er das Visier von seiner Hundsgugel nicht zu hatte und einen Fausthieb von einem Entwaffneten kassiert hat."

und egal wieviel pferdescheisse dort liegt, (sollte mMn eigentlcih eh vom VA weggeräumt werden- ich weiss passiert irgendwie nirgends) hin/abknien ist das blödste was man machen kann (Sicherheitstec hnisch)

meine VA wird es aber dennoch net werden mit dem Regelwerk... niederrennen und ein paar andere sachen machen mir persönlich einfach keine laune!

danke jedenfalls nochmal für den Bericht
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0 # Roland Marchart 2010-08-27 08:57
Bezüglich niederrennen: auch nicht so mein Ding, aber wenn dich Nordger einmal erwischt hat, dann kann dir eh nichts schlimmeres mehr passieren. Von der ersten in die dritte Reihe in 0,5 Sekunden...
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0 # Jo Fehringer 2010-08-27 11:05
Wie ich im Bericht erwähnte, geschah das Niederrennen nach Absprache und wegen des Showeffekts.
Man darf sich hier net vorstellen, daß da 15 Irre auf einen zurannten, vielmehr waren das einzelne Läufer.
Und wenn der Schidlwall stabil steht, gibts eh fast kein Durchkommen.
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+1 # Michael Wegleitner 2010-09-09 12:43
ein video ist auf youtube online:
http://www.youtube.com/watch?v=7lUZ2I-KB28
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